Lecker und gesund: Was alles im Kürbis steckt

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Stefan Eich

Egal ob Sie den Reformationstag feiern oder Halloween: Bei vielen dampft heute Kürbissuppe auf dem Tisch, aus den Resten der ausgehöhlten Grusel-Kürbisse. Das klassische Herbstgemüse hat allerdings viel mehr zu bieten als nur Deko und Resteverwertung. Kürbis ist auch extrem gesund. Warum, das erklärt Ernährungsexpertin Anna Dandekar im Gespräch mit SWR-Aktuell-Moderator Stefan Eich.

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SWR: Was macht den Kürbis als Lebensmittel denn so wertvoll?

Anna Dandekar: Zuallererst ist er fast überall auf der Welt anbaubar - und mit wenig Aufwand im eigenen Garten. Und damit ist er überall bei uns im Herbst regional erhältlich. Das macht ihn erstmal nachhaltig und zu einem Superprodukt. Ernährungswissenschaftlich gesehen, ist der Kürbis ein richtiges „Beautyfood“, er enthält viel Wasser und Ballaststoffe und insgesamt wenig Kalorien. Man kann sich also richtig satt essen, wenn man nicht zu viel Sahne oder Butter in die Suppe mit reinpüriert. Das Fruchtfleisch steckt voller Mineralstoffe und vor allem Beta-Carotin. Das ist ein Antioxidans und schützt unsere Zellen vor Radikalen. Und das sorgt dann insgesamt für eine straffe und rosige Haut.

Beim Hokkaido gibt es genau zwei Glaubensrichtungen, die Schale mit essen - oder wegwerfen. Was ist aus gesundheitlicher Perspektive richtig?

Aus gesundheitlicher Perspektive: Auf jeden Fall mitessen! Beim Hokkaido ist praktisch, dass er eben nicht geschält werden muss, im Gegensatz zu anderen Sorten, bei die die Schale ganz hart ist. Und wie wir alle wissen: Es stecken in der Schale meistens die meisten Vitamine - und deswegen am besten mitessen.

Nicht nur die Kürbisschale und das Kürbisfleisch sind voller wichtige Inhaltsstoffe, auch die Kerne sind gesund. Was können die denn?

Die Kerne enthalten all die Nährstoffe, die auch im Fleisch stecken, in viel konzentrierter Form. Vor allem zum Beispiel Magnesium und Zink. Aber vor allem Eisen. Kürbiskerne sind unter den Top Drei der besten Eisenlieferanten. Menschen mit niedrigem Eisenspiegel könnten sich angewöhnen, immer ein paar Kürbiskerne zum Snacken bereitzustellen.

Manche Menschen behaupten: Aus selbstgetrockneten Kernen fürs nächste Jahr selbst Kürbisse heranzuzüchten, könnte im besten Fall schiefgehen und im schlimmsten Fall riskant sein. Ist das nur so ein Internet-Gerücht? Oder steckt wirklich was dahinter?

Es ist tatsächlich so: Wenn man selbst Sorten anbaut, auch bei Zucchini, dann kann es sein, dass die im Garten fremdbestäubt werden, von anderen wilden Sorten. Dass die dann eben Bitterstoffe bilden können und damit auch ein bisschen giftig sind. Aber das Gute daran ist, dass man das durch die Bitterkeit einfach erkennen kann. Das heißt, wenn man selbst im Garten Kürbisse oder Zucchini zieht und einen Bitterstoff schmeckt, dann sollte man das besten sofort stehenlassen und nicht mehr essen.

Spezialisten unter den Selbstmachern sagen: „Kürbisöl ist was Tolles“. Wie macht man das?

Für Kürbisöl müsste man dann die Kürbiskerne entweder wirklich sehr, sehr, fein pürieren - und das dann stehenlassen und abseihen? Oder man kauft sich eine Kernpresse. Ich finde allerdings den Aufwand schon sehr, sehr groß. Da ist es manchmal besser, wenn man sich bei einem guten Fachhändler beraten lässt und ein gutes Qualitäts-Kürbiskernöl kauft.

Ich habe die klassische Kürbissuppe schon erwähnt. Man kann Kürbis braten, und überall passen Ingwer und Curry hervorragend dazu. Da hört es aber bei manchem schon auf mit der Rezeptvielfalt. Haben Sie noch eine Variante in ihrem Repertoire, die einem nicht so als Allererstes einfällt?

Mein Lieblingsrezept für Kürbis ist auch ein sehr Einfaches: Ein orientalischer Ofenkürbis, wofür man vor allem den Hokkaido nehmen kann. Waschen, aushöhlen und in grobe Stücke schneiden - und mit Zimt, Kreuzkümmel und Kardamom und Olivenöl im Ofen backen. Dazu passt dann zum Beispiel Couscous mit Rosinen oder einem Joghurt-Dip. Das ist mal was anderes. Wenn man ganz verrückt werden will, kann man auch Kürbis-Gnocchi machen. Das wäre dann etwas für die Profis unter den Hobbyköchen.

Statt Kartoffeln also Kürbis in den Teig - oder mischen?

Entweder pur oder halb-halb. Mit Kürbis werden sie ein bisschen fluffiger, und mit Kartoffeln werden sie ein bisschen fester.

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Stefan Eich