Krieg in der Ukraine: Warum die Teilmobilmachung ein Beleg für das militärische Scheitern Russlands ist

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AUTOR/IN
Christian Hauck

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300.000 russische Reservisten sollen zusätzlich in den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine geschickt werden. Präsident Wladimir Putin ordnete damit eine Teilmobilmachung der Streitkräfte an.
Für den Militärexperten der Stiftung Wissenschaft und Politik, Oberst a.D. Wolfgang Richter, ist die Einberufung das Eingeständnis der Führung im Kreml, dass man sich im Krieg befinde. "Das ist ein erheblicher Schritt - auch innenpolitisch." Zur Rechtfertigung sollten die eroberten Regionen im Osten per Referenden zu russischen Staatsgebieten erklärt werden. Dann könne Putin behaupten: "Es findet ein Angriff auf Russland statt, an dem die NATO mit Schuld trägt."
Bislang sei Russland mit seinen Zielen in der Ukraine gescheitert, ergänzt der Militärexperte. Auch deshalb erfolge eine Teilmobilmachung. Nach der Niederlage in Kiew und nach dem Rückzug aus Charkiw habe die russische Armee nicht genügend Landstreitkräfte, um eine Gegenoffensive zu starten. "60 Prozent aller Landstreitkräfte Russlands sind im Ukraine-Krieg bereits gebunden."
Warum die Einberufung der 300.000 Reservisten "nicht von heute auf morgen erfolgen kann", erläutert der Oberst a.D. im Gespräch mit SWR2 Aktuell-Moderator Christian Hauck.

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Christian Hauck