Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan: Warum die EU in der Zwickmühle sitzt

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AUTOR/IN
Arne Wiechern

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Der neu aufgeflammte Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan ist vorerst nicht weiter eskaliert. Beide Seiten verständigten sich laut armenischen Angaben auf eine Waffenruhe. Zwischen den beiden Staaten in der Kaukasus-Region gibt es seit Jahrzehnten militärische Auseinandersetzungen um Berg-Karabach. Die Region gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber seit dem Ende eines Separatistenkriegs im Jahr 1994 von armenischen Kräften kontrolliert.
Die jüngste Eskalation sei vermutlich von Aserbaidschan ausgegangen, sagt David Leupold, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz Zentrum Moderner Orient in Berlin. Die Europäische Union befinde sich deshalb in einem Dilemma. Auf der einen Seite sei man auf eine schnelle Alternative zu russischem Gas angewiesen. "Das macht Aserbaidschan attraktiv." Dadurch verkompliziere sich allerdings der Friedensprozess zwischen Aserbaidschan und Armenien, weil die Diktatur in Aserbaidschan gestärkt werde. Wenn die EU ihre Wertepolitik auch in der Kaukasus-Region vertreten wolle, "müsste man sich anders und kritischer zu Aserbaidschan positionieren."
Warum der Konflikt gerade jetzt wieder aufgeflammt ist, erläutert der Experte im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern.

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Arne Wiechern