Corona-Pandemie: Jurist hält Impfpflicht für bestimmte Berufe in Deutschland für möglich

STAND
AUTOR/IN

Audio herunterladen (5,3 MB | MP3)

Die Diskussion über eine Impfpflicht in Deutschland ist nach der entsprechenden Forderung des Weltärztebundes wieder aufgeflammt. Aus Sicht von Rechtsexperten wäre eine solche Pflicht unter bestimmten Umständen juristisch umsetzbar.

Interview mit Report Mainz Vorsitzender des Weltärztebundes fordert allgemeine Impfpflicht

Impfpflicht ja oder nein? Angesichts der vierten Coronawelle wird die Debatte darüber lauter. Der Vorsitzende des Weltärztebundes hat sich jetzt eindeutig positioniert.  mehr...

Report Mainz Das Erste

Der Verfassungsrechtler Alexander Thiele von der Universität Göttingen sagte dazu im SWR, eine Pflicht für alle sei zwar nur im Extremfall wie einem unkontrollierbaren Infektionsgeschehen verfassungsrechtlich denkbar.

Impfpflicht? Es kommt darauf an...

Anders sehe es dagegen bei bestimmten Berufsgruppen aus - diese könnten sehr wohl zum Impfen verpflichtet werden, sagte der Jurist im Interview mit SWR 2 Aktuell-Moderatorin Laura Koppenhöfer.

"In bestimmten Berufen, also im Pflegebereich - wie es ja bereits in Frankreich eingeführt worden ist - oder aber beispielsweise für Lehrkräfte, halte ich es für verfassungsrechtlich durchaus denkbar, dass hier eine punktuelle Impfpflicht eingeführt wird."

Eine Entscheidung von Politikern

Das deutsche Recht kenne ja außerdem bereits eine Impfpflicht in anderen Bereichen, beispielsweise, wenn es um Beschäftigte in Kitas und Masernimpfungen gehe.

"Das Grundgesetz steht einer punktuellen Impfpflicht nicht per se entgegen."

Ob sie jedoch eingeführt werde, das hätten am Ende Politiker zu entscheiden.

STAND
AUTOR/IN