Gesundheitsminister auf Abruf

Es geht auch um die Zukunft des Jens Spahn

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Die Corona-Pandemie ist noch nicht zu Ende, die 4. Welle rollt und viele fragen sich, wie kommen wir durch den zweiten Corona-Herbst? Mit Impfstoffreserven, neuen Maßstäben für die Bewertung der Pandemie und Vorteilen für Geimpfte und Genesene – sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Was er vom Hamburger 2G-Modell hält, verrät Spahn im SWR Interview.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass wir keine neuen Einschränkungen mehr brauchen werden. Zentrale Säule bleibe der Impffortschritt.

"Ich möchte vorbereitet sein"

Das Bundesgesundheitsministerium baut Lagerkapazitäten aus für eine mögliche Drittimpfung jedes Bundesbürgers – die Rede ist von bis zu 80 Millionen Dosen, die der Bund auf Halde legen will. Spahn sagt dazu: "Ich habe eine Erfahrung in der Pandemie gemacht, bei Masken, Tests und Impfen – lieber zu viel als zu wenig. Wenn wir nachher nur 20 Millionen Dosen brauchen, auch okay, aber ich möchte vorbereitet sein."

Neuer Maßstab – Zahl der Krankenhauseinweisungen

Bundesgesundheitsminister Spahn hat das Ende der Inzidenzzahlen als Maßstab zur Einschätzung der Pandemie angekündigt. Künftig soll die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Covid-19-Patienten als Indikator dienen. Allerdings nennt Spahn keine konkreten Zahlen. Im SWR-Interview sagt er, die Behandlungskapazitäten seien regional sehr unterschiedlich. Die Länder müssten für ihre Regionen selbst festlegen, wann die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen stoßen – Orientierung könnten dabei die Erfahrungen aus dem vergangenen Dezember/Januar sein.

Hamburger 2G-Modell – "ein kluger Weg"

Bundesweit gilt seit dieser Woche die 3G-Regel: in öffentlich zugängliche Innenräume kommen nur noch vollständig Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete. Hamburg geht noch einen Schritt weiter und erlaubt Veranstaltern oder Gastronomen, mehr Plätze zu vergeben und auf gewisse Abstandsregeln zu verzichten, wenn nur Geimpfte oder Genesene zugelassen sind. "Das ist ein kluger Weg, weil durch die Impfung eben Schutz da ist, da kann man auch näher beieinandersitzen", sagt der Bundesgesundheitsminister. 2G für private Anbieter – das sei kein Problem.

SWR-Hauptstadtstudio Korrespondentin Eva Ellermann und Jens Spahn im ARD-Hauptstadtstudio  (Foto: SWR)
ARD-Hauptstadtkorrespondentin Eva Ellermann im Gespräch mit Bundesgesundheitsminister und CDU-Vize Jens Spahn über neue Maßstäbe in der Corona-Pandemie und die Chancen der Union bei der Bundestagswahl.

Union im Wahlkampf unter Druck – Spahn spürt keine Panik

Spahn muss sich aktuell nicht nur um Corona kümmern, es geht auch um die Zukunft seiner Partei. Vier Wochen vor der Bundestagswahl läuft es denkbar schlecht für die Union. In den Umfragen ist sie im Sinkflug, und derzeit gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD. CDU-Vize Jens Spahn spürt im Wahlkampf aber keine Wechselstimmung. Die Union müsse mit ihren Themen mehr punkten, so Spahn im SWR Interview der Woche. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet steht massiv unter Druck – gerade auch durch den Rivalen CSU-Chef Markus Söder. Der schießt gerne quer, obwohl er immer die Loyalität zu Laschet beteuert.

Dazu sagt Spahn, die Union könne nur gemeinsam erfolgreich sein. "Das weiß auch Markus Söder. Und da nehme ich das auch so, wie er sagt."

Von Panik in der CDU-Zentrale könne keine Rede sein. Die Stimmung sei "kampfesmutig und kampfeswillig", so Spahn.

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