IT-Sicherheit: Wie gut ist Deutschland auf einen Cyber-Krieg vorbereitet?

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AUTOR/IN
Jonathan Hadem

Cyber-Attacken auf deutsche Behörden und Unternehmen nehmen immer weiter zu. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs beraten die für Digitalisierung zuständigen Minister der G7-Staaten deshalb darüber, wie sie bei der Sicherheit im IT-Bereich stärker an einem Strang ziehen können.

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Dennis-Kenji Kipker, Cyber-Sicherheits-Experte und Professor für IT-Sicherheitsrecht an der Hochschule Bremen, sieht Nachholbedarf. "Wir stehen in der Gesamtbetrachtung nicht so gut da, wenn wir in einen Cyber-Krieg geraten sollten. Da haben wir noch zu viele offene Baustellen." Als ein Beispiel nannte er doppelte Zuständigkeiten der Behörden, wenn es um den Schutz der kritischen Infrastruktur gehe. "Das kann man im Finanzsektor oder Telekommunikationsbereich erleben."

Wer organisiert einen Cyber-Gegenschlag?

Hinzukomme, dass nicht festgelegt sei, wer in Deutschland im Falle eines Cyber-Kriegs für den digitalen Gegenschlag verantwortlich wäre. Die Politik diskutiere im Moment, ob operationell tätige Behörden oder sogar die Bundeswehr eingreifen müssten.

Wie funktioniert ein Cyber-Gegenschlag?

Unklar ist nach Aussage des IT-Experten auch die genaue Vorgehensweise eines Cyber-Gegenschlags. In einem Konzeptpapier der Bundesregierung stehe, dass am Anfang schadhafter Datenverkehr umgeleitet werden solle. "Erst als letzte Lösung soll der Gegenschlag in der Form durchgeführt werden, dass man feindliche Systeme abschaltet - also Hardware-Maßnahmen ergreift." Das Konzept sei aber noch ziemlich unausgereift.

Was über Art und Umfang der Cyber-Attacken im Jahr 2021 bekannt ist, erzählt der Professor für IT-Sicherheitsrecht ebenfalls im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem.

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Jonathan Hadem