Info-Date am Abend: Missbrauchsstudie im Bistum Münster vorgestellt; Scholz verteidigt Tankrabatt

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Nach Köln und München hat nun auch das katholische Bistum Münster eine Studie zum sexuellen Missbrauch durch Geistliche vorgestellt. Wissenschaftler der Universität Münster werteten Akten des Bistums seit 1945 aus und stießen auf mindestens 610 Opfer. Die Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass viele Fälle nicht bekannt wurden und die tatsächliche Zahl bei bis zu 6.000 liegen könnte. Die meisten Opfer seien zum Zeitpunkt des Missbrauchs zwischen zehn und 14 Jahre alt gewesen und litten unter teils erheblichen psychischen Folgen, bis hin zu Suizidversuchen. Insgesamt wurden in der Studie mindestens 196 Beschuldigte erfasst - die meisten von ihnen Priester.

Bundeskanzler Olaf Scholz will den umstrittenen Tankrabatt beibehalten. Das hat ein Regierungssprecher mitgeteilt. Es werde aber genau hingeschaut, ob Unternehmen die Lage ausnutzten und ungerechtfertigte Gewinne machten. Auch den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, das Kartellrecht zu verschärfen, wolle Scholz prüfen lassen. Am Tankrabatt gibt es von vielen Seiten Kritik - vor allem, weil die Preise weiter steigen und Mineralölkonzerne im Verdacht stehen, sich in der Krise auf Kosten der Steuerzahler zu bereichern. Das sagen vor allem Politiker von SPD und Grünen sowie der ADAC.

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