Vatican News-Leiter zu Gipfeltreffen gegen Missbrauch: Mittäter in der katholischen Kirche noch nicht entmachtet

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SWR Aktuell, Logo (Foto: SWR, SWR)

Erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche treffen sich die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zu einem Gipfel in Rom, der sich gegen den Missbrauch in allen Teilen der Weltkirche wendet. Papst Franziskus hat dazu eingeladen. Der Leiter der deutschen Sektion von "Vatican News", des Nachrichtenportals des Vatikans, Pater Bernd Hagenkord, sieht die Teilnehmer des Treffens doppelt in der Pflicht: "Zum einen muss erst mal international über die Kulturen hinweg das Bewusstsein hergestellt werden, dass das ein Kirchenproblem ist", sagte Hagenkord im SWR. Außerdem gehe es um die Anwendung bestehenden Kirchenrechts: "Wir haben seit 2001 Regeln und seit 2010 sogar verschärfte Regeln – die müssen angewendet werden. Die Regeln zu haben, reicht nicht aus." Auf die Frage, ob diejenigen, die sich zu Mittätern des Missbrauchs durch Vertuschung gemacht haben, entmachtet sind, sagt Hagenkord: "Ich glaube nicht – ich glaube, die katholische Kirche hat zu langsam reagiert und auf dem Rücken der Betroffenen agiert." Jetzt aber müsse die Wahrheit ans Licht kommen und das sei gut so, betont Hagenkord im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.

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