Chemnitzer Linken-Politiker: „Chemnitz hat nun mal gefestigte Nazi-Strukturen“

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SWR Aktuell, Logo (Foto: SWR, SWR)

Der Chemnitzer Linken-Politiker und Sprecher des Bündnisses „Chemnitz Nazifrei“, Tim Detzner, fordert eine klarere Haltung von Polizei und Staat gegenüber rechten Kräften in Chemnitz. Vor der heutigen Beisetzung eines verstorbenen, ehemaligen Stadionordners und stadtbekannten Neonazis, Thomas H., sagte er im Radioprogramm SWR Aktuell: „Bei vielen Verantwortlichen kommt immer wieder das Gefühl hoch, Chemnitz würde in eine negative Ecke gestellt. Genau dort liegt das Problem, denn Chemnitz hat nun mal gefestigte Nazi-Strukturen seit Jahren.“ Die Stadt sei seit Jahrzehnten „das ruhige Hinterland für militante Neonazis, was auch die bundes- und europaweite Bekanntheit und Verankerung von Thomas H. zeigt.“ Neben der Beisetzung hat heute auch noch der Gerichtsprozess gegen Aala S. vor dem Landgericht Chemnitz begonnen. Der Angeklagte soll Ende August 2018 mit einem noch flüchtigen Mitschuldigen auf Daniel H. eingestochen haben. Der damals 35-jährige Daniel H. starb unmittelbar danach. Die Tat hatte in Chemnitz ausländerfeindliche Demonstrationen und Aufmärsche von Rechtsextremen ausgelöst, die bundesweit für Schlagzeilen sorgten. SWR Aktuell-Moderatorin Dagmar Freudenreich im Gespräch mit Tim Detzner.

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