STAND
AUTOR/IN

2035 soll in der Europäischen Union endgültig Schluss sein mit Diesel- und Benzin-Motoren. Ab dann sollen keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Was das für die Mitarbeiter der Autofirmen bedeutet, erklärt Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG-Metall Baden-Württemberg.

Audio herunterladen (4,3 MB | MP3)

Kein "ruckelfreier" Übergang von Benzin zu Elektro

Der Vorschlag gehört zum Gesetzespaket, das die EU-Kommission gestern vorgestellt hat, und mit dem sie die EU ins klimaneutrale Zeitalter führen will. Das Ziel: schon 2030 die Treibhausgase um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu drücken. Zitzelsberger glaubt, dass die Autofirmen die Umstellung hinbekommen können: "Nach dem, was ich alles aus der Pipeline kenne, was da an Produkten, was an Innovationen drin ist, werden die das schaffen. Allerdings: Es wird nicht ruckelfrei gehen!"

Zwei E-Autos an der Ladesäule (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/ dpa/ dpa-Zentralbild/ Patrick Pleul )
Zwei E-Autos an der Ladesäule picture alliance/ dpa/ dpa-Zentralbild/ Patrick Pleul

Bis zu 200.000 Arbeitsplätze hängen am Verbrennungsmotor

Wie hart der Wandel vom Verbrenner- zum Elektroauto die Beschäftigten trifft, hänge vom jeweiligen Job ab, sagt der Gewerkschafter: "Ein Daimler-Beschäftigter in Untertürkheim, der heute am Motoren oder am Getriebe arbeitet, hat natürlich signifikant höhere Sorgen als jemand, der in der Montage bei Audi oder bei Porsche arbeitet, weil sich bei einer Montage von einem Fahrzeug relativ wenig ändern wird." In Baden-Württemberg, so Zitzelsberger, haben rund 150.000 bis 200.000 Menschen Jobs, die vom Verbrennungsmotor abhängen. "Und für diese Beschäftigten braucht es Alternativen."

Zuerst trifft es die Entwickler

Auch wenn der Verbrennungsmotor vielleicht noch 10 oder 15 Jahre gebaut wird- es wird nach Einschätzung der IG Metall gerade hochqualifizierte Mitarbeiter viel früher treffen. "Wenn der letzte Verbrennungsmotor 2033 oder 2035 vom Band läuft, dann ist die Entwicklung zehn Jahre vorher abgeschlossen. Die Frage ist was machen wir ab Mitte des Jahrzehnts mit den Entwicklern?"

"Neue Produkte hier machen und nicht irgendwo auf der Welt

Zitzelsberger fordert, dass neue Produkte wie elektrifizierte Antriebsstränge oder Batterien in Baden-Württemberg entwickelt und gebaut werden - "und nicht irgendwo auf der Welt."

STAND
AUTOR/IN