Ifo-Präsident Fuest: "Wir brauchen ein Konzept gegen die Wachstums-Schwäche“

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Florian Zelt
Florian Zelt steht im Studio der Tagesschau

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist schlecht und hat sich im Juni weiter verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt das ifo-Institut in seinem Geschäftsklima-Index. Die Gründe sind für ifo-Präsident Clemens Fuest vielfältig:

"Die Unternehmen berichten, dass ihnen einfach die Aufträge fehlen. Das ist neben anderen Schwierigkeiten, die schon länger da sind, wie Fachkräftemangel, Unsicherheit über die politische Entwicklung, Energiepreise, jetzt noch ein dominierendes Thema."

Dazu kommt aus Fuests Sicht, dass "insbesondere die Investoren insbesondere wenig Vertrauen haben". Aber auch die Konsumenten halten sich zurück. Dass die steigenden Einkommen, die stärker wachsen als die Inflation, nicht zu mehr Konsum führen, ist für Fuest "überraschend".

Es braucht mehr als nur Milliarden

Es gibt immer wieder Forderungen, dass auch der Staat mehr investieren und zum Beispiel die Schuldenbremse aussetzen sollte. Für Fuest sind mehr Investitionen aber nur ein Teil der Lösung: "Es geht meines Erachtens nicht nur um Milliarden, sondern es geht zunächst mal um die Frage, haben wir eigentlich ein Konzept, um diese Wachstumsschwäche, die wir haben, zu überwinden?" Das sieht er bisher nicht. Die Bundesregierung versuche zwar, die Wirtschaft zu unterstützen, den Wirkungsgrad sieht Fuest aber eher kritisch. Als Beispiel nennt er das so genannte Wachstums-Chancen-Gesetz:
"Es das war eben dann vom Volumen so gering, auch weil die Bundesländer nicht mitmachen wollten, dass das Ganze nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist."

Wo die größten Hemmnisse für einen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland liegen, erklärt der ifo-Präsident im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt.