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Strahlende Sonne am Himmel, aber die Luft ist noch frisch. Viele Menschen denken dann: da kann ich mich ohne Sonnenschutz auf die Liege legen. Ein fataler Irrtum vor allem bei Kindern, meint der Arzt und Journalist Lothar Zimmermann im SWR.

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"Es ist tatsächlich so: die Haut von Kindern ist dünner, sie hat weniger Schutzstoffe und bildet so auch weniger Pigmente." Kinder seien deshalb besonders anfällig für Sonnenbrand, meint der Arzt. "Ein Sonnenbrand ist etwas, was die Haut nicht vergisst." Das könne sich auch noch Jahrzehnte später rächen.

UV-Strahlung Schuld an steigenden Hautkrebserkrankungen

Aktuell erkranken zehnmal so viele Menschen an Hautkrebs als noch vor 40 Jahren. Ein Grund sei, so Zimmermann, dass die Ozonschicht, die die UV-Strahlung der Sonne in der unteren Stratosphäre unserer Erdatmosphäre in Wärme umwandelt, immer dünner wird. So gelangten die für die Haut gefährlichen ultravioletten Strahlen auf unsere Haut. Der Arzt rät deshalb: "Man muss sich immer eincremen und man darf es nicht vergessen."

Unterschiede zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs

Pigmentflecken, die auf der Haut eine unrunde Form annehmen, die unklar begrenzt sind, die Farbe verändern und immer größer werden, sollten dringend von einem Arzt in Augenschein genommen werden, sagt Lothar Zimmermann. Schwarzer Hautkrebs, der rechtzeitig erkannt wird, lasse sich gut heilen, so der Arzt. Allerdings fände er schnell Zugang zu Blut- und Lymphgefäßen und könne dort Metastasen bilden.

Schwarzer Hautkrebs (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Unihautklinik Tübingen)
Nahaufnahme eines Melanoms (schwarzer Hautkrebs), Foto: Universitäts-Hautklinik Tübingen picture alliance / dpa | Unihautklinik Tübingen

Weißer Hautkrebs hingegen bilde eine Art Hornschicht auf der Haut und sehe deshalb auch oft besonders "hässlich" aus, sagt Zimmermann. Deshalb sei er leichter zu erkennen und stelle deshalb eine weniger große Gefahr dar, wie schwarzer Hautkrebs.

Eincremen, eincremen, eincremen

Pro Sonnenbad sollte man etwa einen Teelöffel Sonnencreme für das Gesicht verwenden, für den Körper etwa drei Esslöffel Creme, rät Lothar Zimmermann. Das sei sehr viel. Die meisten Menschen würden deutlich weniger verwenden, so der Arzt. Das sei aber falsch.

Eincremen mit Sonnencreme (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance/ dpa | Stefan Sauer)
Besonders wichtig: Vor dem Sonnenbad reichlich Sonnencreme auftragen picture-alliance/ dpa | Stefan Sauer

Wer sich wie die beiden Damen an den Strand legen will oder beispielsweise eine Fahrradtour unternehme, sollte sich auch in dieser Jahreszeit dringend vorher genügend eincremen und sich und vor allem Kinder so gegen Sonnenbrand schützen.

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