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Staub, Spinnweben, platte Reifen, rostige Kette: Das Fahrrad steht oft seit Ende September in Keller oder Garage irgendwo in der Ecke. Wer jetzt bei den ersten Frühlings-Sonnenstrahlen einen Ausflug machen will, muss erstmal Hand anlegen.

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Vieles kann man an seinem Drahtesel tatsächlich selbst machen. Das liegt natürlich auch am handwerklichen Geschick jedes Einzelnen. Andere Dinge sollte man lieber dem Experten überlassen. Daniel Koßmann ist Redakteur beim Pressedienst Fahrrad. Er sagte im SWR, wenn man nur selten mit dem Bike unterwegs ist, reiche es "ab und zu einmal draufzuschauen." Anders sieht es aus, wenn man sein Fahrrad zum Beispiel für den Weg zur Arbeit nutzt. Dann sollte man es "zweimal im Jahr in die Werkstatt bringen", um einen Check machen zu lassen, rät der Experte.

Drei wichtige Punkte: Kette, Reifen, Bremsen

Vor allem diese drei Dinge sollte man am Fahrrad besonders beachten, sagt Koßmann. Klar, sie dienen ja auch der Sicherheit. Funktioniert die Bremse nicht richtig, kann es zum Beispiel bei Bergabfahrten schnell mit schlimmen Verletzungen enden. Die Kette sollte nicht verrostet sein oder quietschen. Hier genügten oft ein paar Tropfen Öl, damit’s wieder läuft. Die Reifen sollten gut und vor allem richtig aufgepumpt sein. Auf jedem Reifen befinde sich inzwischen ein sogenanntes "Luftdruckfenster", sagt Koßmann. Das zeige an, wie hoch der Druck wenigstens oder höchstens sein sollte. "Wenn Sie merken, dass das Rad aufsetzt, wenn Sie zum Beispiel einen Bordstein hochfahren, ist es allerhöchste Zeit, nachzupumpen."

Eine Schülerin pumpt Luft in einen Fahrradreifen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Inga Kjer)
Eine Schülerin pumpt Luft in einen Fahrradreifen. picture alliance / dpa | Inga Kjer

Bei der Bremse schließlich sollte prüfen, ob sich die Hebel vielleicht schon bis zum Lenker durchdrücken lassen. Das sollte man dringend kontrollieren, so der Fahrradexperte.
Von hydraulischen Bremsen, die ein geschlossenes Öldrucksystem – ähnlich dem beim Auto – haben, sollten Laien lieber die Finger lassen. Mechanische Bremsen mit einem Bowdenzug könnten dagegen auch von Ungeübten nachgestellt werden. Im Zweifel finden sich im Netz zahlreiche Youtube-Videos, wie man so etwas schnell und einfach selbst machen kann.

E-Bike-Wartung selbstgemacht?

Auch die seien letztlich in der Regel auch nur Fahrräder, sagt Koßmann. Zumindest, wenn sie nicht schneller als 25 km/h fahren. Etwas anders sieht das da bei den sogenannten S-Pedelecs aus, die ein eigenes kleines Kennzeichen (wie bei einem Mofa) haben. Die dürfen bis 45 km/h schnell sein. Bremsen, Reifen und Kette lassen sich aber auch hier selbst kontrollieren und warten. Am Motor oder der Elektronik sollte man jedoch auf keinen Fall herumfummeln. Wer das mache, verliere auch nicht selten die Garantie, sagt Koßmann.

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