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Tätowierte Neonazis mit Reichsflaggen auf den Stufen des Reichstagsgebäudes in Berlin – Verschwörungsanhänger, Impfgegner und Reichsbürger inmitten friedensbewegter und besorgter Bürger – der Extremismusforscher Andreas Zick sieht in den Corona-Demos eine Protestkultur, "wie wir sie in solchen besonderen Zeiten, wie einer Pandemie, erwarten müssen." Zick, der das Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld leitet, sagte im SWR: "Wir haben in der Geschichte immer wieder erlebt, dass sich in solchen Krisenzeiten derartige Gruppierungen entwickeln." Sie seien äußerst heterogen und reichten von christlichen Gruppen und Sektierern bis hin zu Teilnehmern der alten linken Friedensbewegung. Diese Unterschiedlichkeit sei ein großes Problem. "Es gibt genau für diesen Extremismus, der versucht, solche Proteste zu besetzen, keine Legitimation." Das wiederum bringe die Veranstalter in ein "moralisches Dilemma. Sie müssen sich dazu äußern. Sie tun dieses nicht." Ihr Schweigen aber bringe sie in einen "moralischen Misskredit, wo sie ja anderen Immoralität vorwerfen". Das hat Extremismusforscher Zick im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel gesagt.

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