GDL-Streiks: Warum die Logistikbranche trotzdem entspannt bleibt

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AUTOR/IN
Arne Wiechern
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Andreas Böhnisch

Der nächste Streik der Lokführergewerkschaft GDL steht an - im Güterverkehr ab 18:00 Uhr. Thomas Wimmer von der Bundesvereinigung Logistik sieht den Ausstand relativ gelassen.

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Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL zum nächsten 24-stündigen Streik aufgerufen. Im Personenverkehr ab Dienstagfrüh 2:00 Uhr - im Güterverkehr ab dem heutigen Montagabend (11.03.) um 18:00 Uhr.

GDL-Streik: Privatbahnen profitieren

Thomas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik, ist im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern nicht übermäßig besorgt. Beim Transport von Massengütern in der Stahl- und Chemieindustrie sowie bei Lieferungen von Rohstoffen und in der Automobilindustrie werde es zu Störungen kommen. Das Ausmaß sei aber abhängig vom Bahnanbieter.

Von den Privatbahnen sei zu hören, "dass sie manches Mal besser und schneller haben zustellen können, weil das Netz endlich mal frei war." Trotz einer gewissen Ironie, die in dieser Äußerung stecke, habe ein GDL-Streik bei der Deutschen Bahn eben auch einen solchen Effekt.

Konflikt im Roten Meer ist für Logistikbranche überschaubar

Die Transportunternehmen stehen auch wegen des militärischen Konflikts mit den Huthi-Rebellen im Roten Meer vor weiteren Herausforderungen. Wimmer hält diese Krise allerdings für die Logistikbranche für weniger gravierend. Nur zehn Prozent des weltweiten Warenverkehrs gingen durch das Rote Meer. Das Umfahren sei zwar zeitraubend. Aber Waren, die per Schiff transportiert würden, seien nur in seltenen Fällen "Just-In-Time- oder Just-In-Sequence-Waren". Deshalb hätten die Lieferverzögerungen keinen riesengroßen Einfluss.

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