Frühstücks-Quarch: Warum uns Äußerungen von Intellektuellen zum Ukraine-Krieg nicht weiterbringen

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Deutschlands Intellektuelle haben wegen des Ukraine-Kriegs ein neues Genre entdeckt: Sie schreiben offene Briefe an den Bundeskanzler. Erst wandte sich eine Gruppe von Autoren um die Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer gegen die Bewaffnung der Ukraine durch den Westen. Die Antwort unter Federführung des Publizisten Ralf Fücks kam postwendend. Er und weitere Intellektuelle forderten eine kontinuierliche Bewaffnung der Ukraine.
Der Philosoph und Buchautor Christoph Quarch hält wenig von diesen öffentlich an Olaf Scholz adressierten Meinungsäußerungen, weil neue Erkenntnisse fehlten. Die Autoren vermittelten angesichts des Ukraine-Kriegs vielmehr eine gewisse Hilflosigkeit. Die Texte seien geprägt von dem Tonfall: "Schaut mal her! Ich war nicht tatenlos!" Außerdem hätten die Verfasser auch nur die bekannten Standpunkte wiederholt.
Von Intellektuellen erwarte er aber mehr, sagt der Philosoph. Menschen des Geistes müssten "einen neuen Horizont erschließen und Perspektiven einbringen, die sonst außer Acht gelassen werden." Christoph Quarch fordert deshalb eine Diskussion über den Sinn der politischen Intervention Deutschlands und des Westens in die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine. "Wir brauchen eine Idee vom Ende des Krieges und eine solche Idee kann nur eine Idee vom Frieden sein."
Welche Impulse er sonst noch von Intellektuellen erwartet, erklärt der Philosoph im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem.

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