Frühstücks-Quarch: Twitter sollte für Politiker in Demokratien ein Tabu sein

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AUTOR/IN
Arne Wiechern

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SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert ist aus dem Kurznachrichtendienst Twitter ausgestiegen. Zur Begründung sagte er, die Diskussionskultur in dem sozialen Netzwerk führe zu "Fehlschlüssen und Irrtümern in politischen Entscheidungen".
Der Philosoph und Buchautor Christoph Quarch zollt dem SPD-Generalsekretär für diese Entscheidung Respekt: "Das zeugt von einem echten Demokratiebewusstsein." Denn Twitter veranlasse seine Nutzer oft zu ungefilterten und unreflektierten Statements, die man mit etwas Nachdenken nicht gemacht hätte. Deshalb schlägt der Philosoph vor: "Twitter sollte für Politiker ein Tabu sein." Denn eine Demokratie lebe davon, dass miteinander gesprochen und diskutiert werde. "Aber das findet auf Twitter überhaupt nicht statt." Langfristig seien negative Konsequenzen für die Gesellschaft zu befürchten: "Die Urteilskraft bleibt auf der Strecke, die Gesellschaft wird gespalten. In den USA haben wir das schon gesehen und jetzt kommt das auch noch zu uns."
Wie sich der politische Diskurs in Deutschland durch Twitter bereits verändert hat, analysiert der Philosoph und Buchautor im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern.

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