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Die Bilder von EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen, der im türkischen Präsidentenpalast nur der Platz auf dem Sofa zugewiesen wurde, gingen um die Welt. Während Ratspräsident Charles Michel beim EU-Türkei-Treffen auf einem großen Stuhl neben Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan saß, musste sich von der Leyen mit der Couch begnügen. Die beiden EU-Spitzenpolitiker spielten den Vorfall herunter. Im Vordergrund des Treffens hätten die Inhalte gestanden. Christoph Quarch will diese Argumentation nicht gelten lassen. "Wir unterschätzen die Bedeutung des Protokolls", sagt der Philosoph und Buchautor. Denn unser demokratisches System basiere auf der Grundidee der Repräsentation. Ursula von der Leyen habe nicht als Privatperson, sondern als EU-Kommissions-Präsidentin den türkischen Staatschef getroffen. Die "Sofagate"-Affäre stelle deshalb eine Brüskierung von allen 450 Millionen Einwohnern der Europäischen Union dar. Warum manche Staatschefs die öffentliche Bühne brauchen, um andere Spitzenpolitiker zu demütigen, erzählt Christoph Quarch im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.

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