UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR

Flüchtlingshelfer fordern bessere Möglichkeiten beim Familiennachzug nach Deutschland

STAND
INTERVIEW
AUTOR/IN

Für Geflüchtete an der Grenze zu Polen sei die Lage noch immer mangelhaft, kritisiert das UNHCR. Doch zumindest anderswo habe sich die Situation für Flüchtlinge stark verbessert.

Audio herunterladen (4,7 MB | MP3)

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR fordert mehr Hilfe für Geflüchtete, die noch immer an der Grenze zwischen Belarus und Polen ausharren. Derzeit seien dort mehrere hundert Menschen in einem Lagerhaus untergebracht, darunter schätzungsweise zu 40 Prozent Frauen und Kinder, erklärte ein UNHCR-Sprecher im SWR. Sie müssten in sichere Unterkünfte gebracht werden - "und so ein Lagerhaus ist das ganz sicher nicht", kritisierte UNHCR-Sprecher Chris Melzer. Sie müssten die Gelegenheit bekommen, Asyl zu beantragen, sowie Unterstützung von Helfern, beispielsweise durch Decken und Essen, aber auch rechtliche Beratung. Noch eine Forderung sei, dass keine Gewalt gegen Menschen, die Asyl suchen oder die geflüchtet sind, angewendet werde.

"Es sollte selbstverständlich sein, aber das ist es offenbar leider nicht in diesem Zusammenhang."

Dramatische Lage von Flüchtlingen auf Lesbos hat sich entschärft

Die Situation von Flüchtlingen auf den griechischen Inseln hat sich nach Einschätzung des UNHCR hingegen verbessert. Vor rund eineinhalb Jahren hätten dort noch etwa 40.000 Menschen in überbelegten Unterkünften leben müssen, sagte ein Sprecher im SWR. Mittlerweile habe die griechische Regierung rund 90 Prozent dieser Menschen auf das Festland gebracht, wo sie auch besser versorgt werden könnten. Damit seien noch etwa 4.000 Menschen auf den griechischen Inseln. "Gleichwohl sind aber die Bedingungen dort nicht so, dass wir eigentlich zufrieden sein müssten, gerade jetzt im Winter. Aber wir versuchen, diesen Menschen so gut es geht zu helfen und hoffen vor allen Dingen, dass es eine eine schnelle Entscheidung, eine schnelle Lösung für diese Menschen dort gibt."

Forderung nach besseren Chancen auf Familiennachzug

Die Bundesregierung muss sich nach Ansicht der Organisation noch stärker für die Rechte von Geflüchteten einsetzen. Ein Beispiel sei, dass sie bessere Möglichkeiten bekommen sollten, Familienangehörige nach Deutschland zu holen. Das sei bisher sehr schwer gewesen, kritisierte Melzer: "Weil man zum Beispiel Dokumente beibringen musste, die kaum beizubringen waren oder weil man lange reisen musste zu einer deutschen Botschaft, was zum Beispiel für jemanden aus Afghanistan kaum möglich ist." Außerdem hätten Menschen teilweise weit mehr als ein Jahr lang auf einen entsprechenden Termin warten müssen. Die neue Bundesregierung habe jedoch versprochen, genau diese Probleme anzugehen, erklärte der UNHCR-Sprecher.

STAND
INTERVIEW
AUTOR/IN