"Finanztip" zu Kfz-Versicherung: Weniger gefahren als angegeben? 5000 Kilometer können 15 Prozent ausmachen

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Jonathan Hadem

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Selten gab es mehr Gründe, das Auto stehen zu lassen: Kraftstoff ist teuer, der Klimawandel bedrohlich, das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, dass es auch mit der Bahn geht und oft gilt weiterhin Homeoffice auf der Arbeit. Entsprechend lohnt sich ein Blick auf die Autoversicherung: Denn der Beitrag hängt davon ab, wie viele Kilometer Fahrleistung man angegeben hat. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem hat YouTuber Saidi Sulilatu von "Finanztip" klar gemacht: 5.000 Kilometer jährlich mehr oder weniger - das kann 15 Prozent mehr oder weniger bei den Versicherungskosten ausmachen.

"Also wenn ich zum Beispiel 20.000 Kilometer angebe und in Wirklichkeit nur 15.000 gefahren bin, dann zahle ich etwa 15 Prozent mehr im Durchschnitt - je nach Versicherer", so das Beispiel, bei welchem ein Jahresbeitrag von 500 Euro eine Rückerstattung von 75 Euro bedeuten würde. "Dieses Geld, das schenkt man quasi, wenn man da nicht aufpasst, dem Versicherer - das muss ja nicht sein."

Kein Automatismus

Von selbst passiert allerdings nichts in der Kfz-Versicherung. "Ich muss selbst in die Gänge kommen", sagt Saidi, "und bei meinem Versicherer nachhaken". Die meisten Versicherer, in der Regel große Konzerne, wie die HUK24, die Allianz oder die VVK, erstatteten laut Finanzip auch rückwirkend für das laufende Versicherungsjahr - aktuell ist das das Jahr 2022 - "wenn ich jetzt also festgestellt habe, ich bin dieses Jahr einfach deutlich weniger gefahren als gewohnt, dann sollte ich das meinem Versicherer mitteilen". So eine Mitteilung sei einfach schriftlich möglich, per E-Mail oder über die Homepage.

Nachhaken ist wichtig

Saidi gibt zu bedenken, dass die Rückerstattung manchmal nicht auf Anhieb klappt: "Die Versicherer sagen zwar, dass sie das machen, aber ich glaube, dass die Prozesse noch nicht unbedingt darauf eingestellt sind." Konkret heiße das, Kundinnen und Kunden sollten schlichtweg nochmals nachfragen, wenn sie innerhalb von zwei Wochen noch keine Meldung bekommen haben. Ein anderer Grund, warum nichts passiert, könne darin bestehen, dass die rückwirkende Meldung für das aktuelle Versicherungsjahr noch nicht alle Versicherer mitmachten, "aber die meisten großen, bei denen die meisten Menschen sind, die machen das auch rückwirkend".

Realistische Angaben machen

Natürlich müssen die Angaben gegenüber dem Versicherungskonzern realistisch sein. Zu niedrige Werte können als Betrugsversuch ausgelegt werden. Das heißt aber nicht, dass keine niedrige Schätzung erlaubt sei.

"Ich würde einfach konservativ schätzen, also eher so ein bisschen niedrig schätzen."

Saidi rät: "Wenn ich dann doch entscheide, zum Beispiel mit dem Auto nach Spanien in den Urlaub zu fahren und weiß, da kommen ein paar tausend Kilometer obendrauf, dann kann ich diese jederzeit den Versicherern nachmelden. Deshalb verliert man nicht den Versicherungsschutz oder ähnliches, sondern muss nur entsprechend Beiträge nachzahlen." Was bei einer realistischen Einschätzung definitiv helfe: hin und wieder den Kilometerstand aufschreiben.

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Jonathan Hadem