Experte: Staat muss Kommunikations-Netze besser für Krisen rüsten

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Die digitale Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, dass wir jederzeit elektronisch kommunizieren und auch vor Notsituationen, wie Unwettern, gewarnt werden können. Doch was ist, wenn Telefon, Mobilfunk und Internet ausfallen? In den Hochwasserkatastrophengebieten war sogar der behördeneigene Digitalfunk von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zumindest zeitweise ausgefallen. Ein Einsatzleiter konnte nur noch einen Kurierdienst losschicken, um Informationen weiterzugeben.
Professor Matthias Hollick von der TU Darmstadt überrascht das wenig. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich sagte er: "Nach Naturkatastrophen oder Starkwetterereignissen ist so ein Ausfall normal. Wir brauchen Strom und Konnektivität zum sogenannten Kernnetz, auch in den Mobilfunknetzen. Wenn eines davon ausfällt, kann es sein, dass wir in gewissen Bereichen nicht mehr kommunizieren können."
Der Experte für mobile Netzsicherheit hält eine staatliche Regulierung für Netzbetreiber für sinnvoll, um die Netze krisensicherer zu machen: "Für den Netzbetrieb müsste man eine gewisse Regulierung haben, die besagt, 'lieber Netzbetreiber, das sind Forderungen, die du erbringen musst.' Wenn jeder Netzbetreiber diese Anforderungen erfüllen muss, kann auch der Markt wieder agieren."
Wie lange Mobilfunkstationen für Warn-Apps laufen, wenn der Strom ausfällt, könne man nicht pauschal sagen: "Das hängt sehr stark davon ab, wie der Netzbetreiber die Notstromversorgung dimensioniert. Das ist an unterschiedlichen Standorten unterschiedlich lang. Das kann, abhängig von der Wichtigkeit des Standorts, von wenigen Stunden bis zu zwei Tagen reichen." Zudem müsse diese Versorgung in der kompletten Kommunikationskette sichergestellt sein: "Wenn die Basisstation noch mit Strom versorgt wäre, in der Vermittlungsstelle jedoch kein Strom ist, hilft uns das auch nicht weiter."

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