Experte: Russland könnte sich mit Cyberangriffen für Sanktionen rächen

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Es ist Krieg in Europa. In der Ukraine kämpfen Soldaten gegeneinander. Die USA und Europa kämpfen auf wirtschaftlicher Ebene gegen Russland. Möglicherweise kommt bald noch eine weitere Kampfebene dazu: die virtuelle Ebene.

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Russland könnte sich mit Cyberangriffen wehren und so Europa und den USA schaden, so die Einschätzung von Dr. Matthias Schulze, Experte für Cyber-Sicherheit bei der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Schadsoftware könnte ganze Netzwerke lahmlegen

Dabei werde Russland zunächst Systeme wählen, die über das Internet erreichbar und mit einer veralteten Software ausgestattet seien. "Das könnte sowas wie eine Ransomware sein, die ein System verschlüsselt und Daten nicht zugänglich macht." Darüber hinaus sei jüngst eine Schadsoftware entdeckt worden, die das Startprozedere von Systemen löscht und Computer und deren Daten unbrauchbar mache. Je nach Angriffspunkt könne das auch ganze Netzwerke lahmlegen.

Auch Privatpersonen könnten betroffen sein

Diese Angriffe könnten sich zunächst gegen Banken und kritische Infrastrukturen richten, so der Experte. Schulze schließt aber nicht aus, dass es auch einen Kollateralschaden gäbe und Zivilisten von den Cyberangriffen betroffen werden könnten. "Wir haben 2017 in der Ukraine einen Wurm gesehen, der sich selbstständig verbreitet hat. Sollte so etwas zum Einsatz kommen und sich selbst über Netzwerke verbreiten, kann das Streueffekte haben und Systeme von Unbeteiligten treffen." Der Experte glaube jedoch nicht, dass das unmittelbar bevorstehe.

Wie gut die Systeme in Deutschland gegen mögliche Cyberangriffe aus Russland bislang geschützt sind, erklärt Schulze im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph.

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