Ex-Linken-Chefin Kipping: Wahlergebnis ist "bitter"

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Die Linke kommt auf 4,9 Prozent - damit wäre sie eigentlich an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Aber: Wer mindestens drei Direktmandate holt, zieht in Fraktionsstärke in den Bundestag ein. Und diese drei Direktmandate haben die Linken geholt: zwei in Berlin und eines in Leipzig.

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Die frühere Vorsitzende der Partei "Die Linke", Katja Kipping, hat das schlechte Ergebnis für ihr Partei bei der Bundestagswahl als "bitter" bezeichnet. Kipping sagte in SWR Aktuell: "Es ist auch deswegen so bitter, weil es natürlich gerade in diesen Zeiten eine starke Linke bräuchte, um zu verhindern, dass die Krisenkosten jetzt auf die Armen und die Arbeitenden abgewälzt werden."

Linken-Wahl-Analyse: mehrere Faktoren brachten Wahl-Niederlage

In einer ersten Analyse führte Kipping die Wahlniederlage auf mehrere Faktoren zurück: "Es gibt einen äußeren Faktor, nämlich, dass der Wahlkampf sehr stark auch auf die drei Parteien, die Kanzlerkandidaten hatten, fokussiert war." Zweiter Faktor sei der Streit um die Regierungsfähigkeit gewesen: "Wir hätten viel früher in aller Breite und unmissverständlich ausstrahlen müssen, dass wir auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen."

Afghanistan-Abstimmung als Fallstrick?

Darüber hinaus habe es schon im Vorfeld Kritik an der Partei gegeben. "Mir ist an vielen Info-Ständen immer wieder ein Kritikpunkt begegnet, nämlich: Euer Verhalten beim Evakuierungsmandat aus Afghanistan war ein Fehler." Die Partei hatte innerhalb der Bundestagsfraktion für den Rettungseinsatz keine einheitliche Linie gefunden und sich auf eine Enthaltung geeinigt. Die Partei müsse nun solche Punkte, die für Irritationen bei Wählern gesorgt hätten, programmatisch ausräumen.

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