Ersatzfreiheitsstrafe: "Die Betroffenen werden nur verwahrt"

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Autor/in
Arne Wiechern

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Wer in Deutschland eine Geldstrafe nicht zahlen kann, muss ins Gefängnis – und dort eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe absitzen. Bisher gilt: Für jeden Tagessatz Geldstrafe ein Tag Haft. Die Bundesregierung will das jetzt halbieren: Ein Tag Haft pro zwei Tagessätze Geldstrafe. Der Gefangenengewerkschaft GGBO geht das nicht weit genug. Sprecher Manuel Matzke fordert im SWR die komplette Abschaffung der Ersatzfreiheitsstrafe: "Diese Menschen sind keine Verbrecher. Es geht ihnen im Strafvollzug auch nicht gut. Ihnen wird nicht geholfen, weil sie viel zu kurz da sind. Sie werden einfach nur verwahrt." Zudem hätten die Betroffenen oft psychische Probleme oder einen Suchthintergrund, ein Strafvollzug verschlechtere ihre Situation drastisch, so Matzke im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Arne Wiechern.

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Arne Wiechern