Erik Marquardt (Grüne): Man hätte deutlich mehr Menschen aus Afghanistan herausholen können

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AUTOR/IN
Vanja Weingart

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Die Möglichkeiten Deutschlands, Menschen aus Afghanistan herauszuholen, wären deutlich größer gewesen – wurden aber nicht genutzt. Diesen Vorwurf erhebt der Grünen-EU-Politiker Erik Marquardt, der die so genannte „Luftbrücke Kabul“ mit organisiert hat. Eine spenden-finanzierte private Chartermaschine hatte auch nach dem Ende der Bundeswehr-Evakuierungen gefährdete Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. „Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, mit Privatfliegern dorthin zu kommen und mit größeren Flugzeugen kann man auch deutlich mehr Menschen mitnehmen“, sagte Marquardt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Vanja Weingart. Der Bundesregierung warf Marquardt Kalkül im Umgang mit Afghanistan vor: Wegen der politisch gewollten Abschiebungen dorthin sei die Sicherheitslage in dem Land beschönigt worden. „Während Ortskräfte dort um ihr Leben rannten, hat Innenminister Seehofer Briefe an die EU-Kommission geschrieben, um Abschiebungen nach Afghanistan wieder durchführen zu können“, kritisierte Marquardt. Die Bundesregierung befinde sich da in einer „Parallel-Realität“. Jetzt sei es vor allem wichtig, mit den in Afghanistan verbliebenen Ortskräften oder Menschenrechts-Aktivisten in Kontakt zu bleiben: „Die Bundesregierung muss ihnen ganz klar sagen, was sie in den nächsten Wochen beachten müssen und welche Chancen sie noch haben“, forderte Marquardt.

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Vanja Weingart