Energiekrise: Mit Holzpellets gegen steigende Kosten

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Heizöl ist so teuer wie nie. Ein Liter kostet deutlich mehr als 1,20 Euro - etwa doppelt so viel wie in den Vorjahren. Nun plant Deutschland, den Import von Rohöl aus Russland bis Jahresende einzustellen. Das könnte zu weiteren Engpässen und weiter steigenden Preisen führen. Deshalb lohnt es sich für viele Hauseigentümer, jetzt auf eine andere Heiztechnik umzusteigen. Eine umweltfreundliche Alternative sind Holzpellets. Darüber hat SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch mit Hermann-Josef Tenhagen gesprochen. Er ist Chefredakteur beim Geldratgeber “Finanztip” und sagt: Man kann eine ganze Menge sparen, wenn man die Heizung auf Pellets umstellt. Was man dabei beachten muss, verrät er im Interview.

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SWR: Wie hoch ist denn das Einsparpotenzial einer Heizung, die mit Holzpellets befeuert wird?

Hermann-Josef Tenhagen: Ich habe heute Morgen noch mal nachgeguckt: Wenn ich in Heilbronn mit Holzpellets heizen würde, würde mich ein Kilo Holzpellets ungefähr 45 Cent kosten. Zwei Kilo ersetzen einen Liter Heizöl, zwei Kilo kosten 90 Cent. Der Liter Heizöl kostet 1,25€. Wenn Sie sich das also für 3.000 Liter Heizöl, für den normalen Tank, anschauen, dann kosten 3.000 Liter Heizöl 3.750 Euro. Die Holzpellets würden sie 2.700 kosten. Also sparen Sie einen Tausender.

Das ist schon mal eine Hausnummer. Was muss man an der Heizungsanlage, also an den Rohren und an den Heizkörpern, für die Umstellung ändern?

An den Rohren und an den Heizkörpern muss man gar nichts ändern. Das kann alles so bleiben, wie es ist. Man braucht einfach für die Holzpellets einen Lagerraum, die werden da eingeblasen. Und der Lagerraum wird wahrscheinlich ein bisschen größer sein müssen als das, was man bisher als Heizöltank hatte. Dort muss doppelt so viel Menge rein für die gleiche Heizwirkung.

Ich vermute mal, am Brenner, der sonst das Heizöl verbrannt hat, da muss was Neues einbauen für die Holzpelletheizung.

Den Brenner muss man natürlich ändern, aber es ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der dann auch noch mit großer Forderung einhergeht.

Wieviel Zuschüsse gibt es da vom Staat?

Wenn Sie jetzt eine Ölheizung rauswerfen und eine neue Holzpellets Heizung rein machen, könnten sie 45 Prozent der Kosten vom Staat bekommen: Fürs Rauswerfen inklusive Entsorgung und allem Drum und Dran, und für den Einbau der neuen Anlage. Und wenn sie eine ganz moderne Holzpelletheizung haben, mit einem besonders tollen Filter, gibt es 50 Prozent.

Wenn die Ölheizung jetzt erst zwei oder drei Jahre alt ist - lohnt sich trotzdem der Umstieg auf Holzpellets?

Nein, das würde ich nicht machen. Wenn Sie jetzt so eine ganz neue Ölheizung gerade eingebaut haben, ist es zwar schade. Aber dann ist eigentlich der ganz klassische Weg: Tun Sie alles das, was Sie machen können, um Energie einzusparen, an ihrem Haus mit ihrem Haus - und vergleichen Sie regelmäßig die Heizölhändler. Das habe ich jetzt heute Morgen auch für Heilbronn noch mal gemacht. Der preiswerteste Heizölhändler war bei 1,22€, der teuerste bei 1,29. Das sind dann sieben Cent. Für die 3.000 Liter sind es 210€.

Holz ist ein langsam nachwachsender Rohstoff. Könnte es da langfristig Versorgungsengpässe geben, wenn die Menschen im Südwesten jetzt massiv auf Holzpelletheizung umsteigen sollten?

Das ist eine relative Frage. Da ist ganz, ganz viel drin, was man an Holzpelletheizung noch an den Start bringen kann, ohne dass es zu Problemen führt. Wenn allerdings die Leute zu 70 oder 80 Prozent Holzpellets-Heizung nutzen würden statt Wärmepumpen, was ja auch eine gute Möglichkeit auch im Südwesten ist, dann wäre das recht viel. Ich würde immer sagen, eine Holzpellet-Heizung ist für jemanden, der die Wärmepumpe nicht an den Start bringen kann, aus welchen Gründen auch immer, eine gute Variante, und eine geförderte Variante. Und die sollte man auch durchaus an den Start bringen.

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