Elektroschrott: Warum wir wegwerfen wie die Weltmeister

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Handys, Fernseher, Computer, Waschmaschinen und vieles mehr – der Elektroschrott-Berg wächst und wächst: nach Berechnungen eines Brüsseler Experten-Forums allein 57,4 Millionen Tonnen in diesem Jahr. Dabei wären viele Geräte durchaus noch zu gebrauchen, wenn sie denn repariert würden. Dass dies in den meisten Fällen nicht geschieht, hätten Industrie und Gesetzgeber gleichermaßen zu verantworten, kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH).

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Im Gespräch mit dem Radioprogramm von SWR Aktuell verweist der DUH-Experte für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer, darauf, dass es keine gesetzlichen Reglungen für die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Software-Updates und Reparatur-Anleitungen gebe. "Stattdessen werden die Leute angeregt, neue Geräte zu kaufen", so Fischer. Die Industrie verdiene nun mal das meiste Geld mit dem Verkauf von Neugeräten, weshalb allein in Deutschland beispielsweise rund 200 Millionen Handys ein einsames Schubladen-Dasein führen würden.
Der Umweltschützer fordert deshalb die gesetzliche Verankerung eines Rechts auf Reparatur. "Die Hersteller sollten gesetzlich verpflichtet werden, Ersatzteile mindestens sieben Jahre zur Verfügung zu stellen", so Fischer.

Die Tricks der Hersteller

Auch sonst würden sich die Hersteller teilweise alle Mühe geben, um Reparaturen zu verhindern. So ließen sich viele Geräte nur schwer öffnen, Bau-Pläne würden nicht zur Verfügung gestellt und Originalteile für teures Geld verkauft.

"Die Reparatur sollte finanziell attraktiver sein als der Neukauf. Da muss die Politik nachbessern."

Thüringen als positives Beispiel

Dabei gehe es durchaus auch anders, meint Fischer und verweist auf eine Initiative des Thüringer Umweltministeriums. "Da wird die Reparatur eines Elektrogerätes mit bis zu 100 Euro pro Person jährlich vom Land unterstützt und das wird auch rege in Anspruch genommen."

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