"Ein Titel ist mit Achtung und Ansehen verbunden"

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Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ist über Plagiatsvorwürfe in ihrer Doktorarbeit gestolpert – wie vor ihr schon andere prominente Politiker, etwa von CDU und CSU. Aber wie wichtig sind Doktortitel heute überhaupt noch? „Titel sind immer noch mit Achtung, Renommee und Ansehen verbunden“, sagt der Karriere-Spezialist Dr. Kolja Briedis vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung.

Titel öffnen Tür zur Chef-Etage

Um besonders in Deutschland Führungspositionen zu erreichen, seien Titel wichtig. Promovierte Menschen gelten laut Briedis hierzulande als leistungsstark, durchsetzungsfähig und engagiert. Auch Attribute wie Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit würden hinter einem Doktortitel vermutet, sagte Briedis im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck. „Das hat in Deutschland eine lange historische Tradition“.

"Titel-Gläubigkeit" nicht hilfreich

In anderen Ländern hätten Doktortitel im gesellschaftlichen oder politischen Bereich weniger Bedeutung; sie beschränkten sich dort meist auf akademische Karrieren. Dr. Kolja Briedis warnt aber davor, Menschen mit Doktortiteln blind alles zuzutrauen: "Eine solche Titel-Gläubigkeit ist nicht unbedingt hilfreich".

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