Echt nachhaltig: Solarstrom-betriebene Kleingeräte

STAND
AUTOR/IN

Man muss nicht Häusle-Besitzer sein, um Solarenergie zu nutzen. Viele kleine Geräte, Lampen und Alltagsgegenstände funktionieren nämlich mittlerweile ebenfalls mit Solarzellen. Die Nachhaltigkeitsexpertin Katharina Schickling erklärt was sinnvoll ist und was Spielerei.

Audio herunterladen (3,9 MB | MP3)

Wer ein neues Haus baut oder sein Dach saniert, ist in Baden-Württemberg gesetzlich verpflichtet, auch eine Solar-Anlage einzubauen. Ein Thema, das auch bei den derzeit laufenden Sondierungen für die nächste Regierungskoalition im Bund besprochen werden dürfte. Doch die Nutzung von Solarstrom kann auch im Kleinen sinnvoll sein, erklärt Katharina Schickling.

Bei Kleingeräten wie Wecker, Taschenlampe, Taschenrechner oder Armbanduhren, sei Solarstrom uneingeschränkt zu empfehlen. "Weil diese winzigen Solarzellen mit einer unfassbaren Langlebigkeit dafür sorgen, dass die Dinge mit Energie versorgt sind." Dies sei auf jeden Fall die bessere Alternative als die herkömmliche Batterienutzung, so die Nachhaltigkeitsexpertin und verweist auf eine solarbetriebene Queen-Figur, die seit Jahren winkend auf ihrem Küchentisch steht. 

solarbetriebene Queen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Stephanie Pilick)
picture alliance / dpa | Stephanie Pilick

Solar-Powerbanks immer nur die zweite Wahl

Anders sieht es aus, wenn es um die Stromversorgung für Smartphones und Laptops geht. Hier sei die Solarzellen-Lösung beim aktuellen Stand der Technik wohl eher eine Spielerei, meint Schickling. Für den hohen Verbrauch eines Laptops könne solarstrom-betriebener Akku schlichtweg nicht genügend Strom generieren. Solar-Powerbanks seien zudem auch deshalb nur zweite Wahl, weil beim Zwischenspeichern von Strom immer auch Energie verloren gehe.

Statt Balkon-Solarpanel lieber Ökostromanbieter abonnieren

Immer häufiger sieht man inzwischen auch an Balkonen Solarpanele hängen. Um hier die Energie auch ausreichend nutzen zu können, müsse der Balkon unbedingt nach Süden ausgerichtet sein und selbst dann sei der Nutzen fraglich, meint Schickling und macht folgende Rechnung auf:

"Ein Standard-Solarmodul mit 300 Watt Leistung, das verschattungsfrei an einem Südbalkon fixiert ist, liefert ungefähr 200 Kilowatt-Stunden Strom pro Jahr. Das ist ungefähr das, was der Kühlschrank und die Waschmaschine in einem Zwei-Personen-Haushalt jährlich verbraucht."

Dabei liege die Ersparnis bei circa 50 Euro. Ein Modul koste zwischen 300 und 500 Euro, so dass die Kosten erst in sechs bis neun Jahren wieder eingespielt seien. Statt eines Balkon-Solarmoduls rät Schickling deshalb dazu, bei einem Ökostromanbieter seinen Strom zu abonnieren. Das sei nachhaltiger und auch effektiver.

Mehr zum Thema

Agrophotovoltaik Oben Sonne, unten Gemüse

Auf einem Bauernhof bringt man Strom- und Nahrungsmittelproduktion unter einen Hut: Solarstrom wird in sechs Metern Höhe erzeugt, darunter wachsen Kartoffeln und Karotten.  mehr...

odysso - Wissen im SWR SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN