Diskussion um angeblichen „Sozialtourismus“ – "Die Allermeisten aus der Ukraine wollen zurück in ihre Heimat"

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AUTOR/IN
Sebastian Felser

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Riesenwirbel um die Äußerung von CDU-Chef Friedrich Merz, der Geflüchteten aus der Ukraine gegenüber Bild TV „Sozialtourismus“ vorgeworfen hat, weil sie Transferleistungen kassieren würden, zurück in die Ukraine reisten, dann wieder nach Deutschland kämen und erneut die Hand aufhielten. Merz ist nach heftiger Kritik zurückgerudert. Im Vergleich zu Geflüchteten aus Syrien ist die ukrainische Migrationsbewegung aber tatsächlich eine andere, sagt der Soziologe und Migrationsforscher Gerald Knaus in SWR Aktuell: "Das Allerwichtigste an der ukrainischen Fluchtbewegung ist, wie unglaublich schnell sich Menschen in beide Richtungen bewegt haben. Wir hatten von Februar bis Juni 4,4 Millionen Menschen, die von der Ukraine nach Polen kamen. Aber wir hatten in dieser Zeit auch 2,4 Millionen, die in die Ukraine gegangen sind. Und der genaue Zeitpunkt, als mehr Menschen in die Ukraine gegangen sind, war Mitte April, als sich herumgesprochen hatte, dass Kiew sicher sei." Die Entwicklung zeige sehr klar, dass die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine in der EU direkt vom Kriegsverlauf abhänge, sagte Gerald Knaus im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Sebastian Felser.

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