Der Krieg verändert die Art und Weise, wie wir sprechen

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AUTOR/IN
Bernhard Seiler

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Die Auswirkung des Krieges zeige sich deutlich in der Art und Weise, wie Politiker und Politikerinnen sprechen, sagt der Sprachforscher Kersten Sven Roth von der Universität Magdeburg in SWR Aktuell: "Sprache in der Politik dient immer dazu, Dinge unterschiedlich zu perspektivieren und Handlungsweisen zu begründen. Und wir sehen gerade, dass sich solche Diskursmuster grundlegend verändern." Dabei sei in der Bundesrepublik aber zu beobachten, dass die politisch Handelnden nicht "verbal draufhauen", sondern sich zurückhielten. "Wenn wir schauen, wie Außenministerin Annalena Baerbock kommuniziert, können wir sehen, dass sie die ganz starken Mittel vermeidet." In Russland zeige sich dagegen Propaganda: "Neben dem Verbot, den Krieg als Krieg zu bezeichnen, sind die Diskreditierung der Politiker der Ukraine als Nazis und Drogensüchtige etwas, was nur in solch einem Kommunikationsrahmen funktionieren kann." In einer freien Gesellschaft mit pluralen Meinungsartikulationen wäre derart "offenkundlich inhaltlicher Unsinn" nicht möglich, sagte der Linguist Kersten Sven Roth im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler.

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