Menschen ziehen bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung durch Stuttgart. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Welche Corona-Beschränkungen sollen für Nicht-Geimpfte in Zukunft gelten?

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Wer bekommt welche Freiheiten in der Corona-Pandemie? Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery befürworten Einschränkungen für Nicht-Geimpfte. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Kanzlerkandidat von CDU/CSU, lehnt einen solchen Schritt im Moment ab.

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Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, hält zum jetzigen Zeitpunkt wenig von der Debatte über Einschränkungen für Nicht-Geimpfte. Er gehe davon aus, dass weitere zehn bis 20 Millionen Menschen in Deutschland die Corona-Schutzimpfung wollten, ihnen aber die Gelegenheit fehle, in den nächsten zwei bis drei Wochen einen Termin zu einer bestimmten Uhrzeit wahrzunehmen. Dahmen fordert deshalb Änderungen in der Impfkampagne. "Ich glaube, wir müssen den Impfstoff mobiler machen", sagte er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Astrid Meisoll.

Corona-Warn-App sollte freie Impftermine anzeigen

Nötig seien spontane Angebote, zum Beispiel vor Einkaufszentren oder auf Marktplätzen. Dort erreiche man mit Impfbussen mehr Menschen als in Impfzentren. Außerdem könne die Corona-Warn-App dazu genutzt werden, "dass man Hinweise bekommt, wenn in der unmittelbaren Umgebung ein Impftermin frei wird, um sich spontan impfen zu lassen." Zusätzlich müsse das Verfahren geändert werden, wie die Arztpraxen den Corona-Impfstoff bekommen.

Keine Ansteckungsgefahr von Geimpften

In den Fokus rückte Dahmen im Interview die Personengruppe, die bereits vollständig gegen das Virus geimpft ist. "Die Frage, ob einschränkende Maßnahmen gerechtfertigt sind oder nicht, muss sich daran orientieren, ob von einer Gruppe von Menschen eine Gefahr ausgeht oder nicht." Nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft biete die Corona-Impfung einen wirksamen Schutz vor Ansteckung mit dem Virus. "Insofern geht von vollständig Geimpften keine Gefahr aus. Insofern können wir die Freiheiten dieser Menschen nicht weiter einschränken."

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