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Die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe DBfK, Christel Bienstein, weist Spekulationen zurück, wonach sich ein substanzieller Teil der Pflegekräfte nicht impfen lassen will. Bayerns Ministerpräsident Söder hatte mit Verweis auf eine fehlende Impfbereitschaft des Pflegepersonals eine Debatte über eine Impfpflicht gefordert. Dazu sagte Bienstein im SWR: "Ich finde es spannend, dass Herr Söder das behauptet. Wir haben darüber absolut keine gesicherten Daten." Im Bereich der Pflegeberufe könne man nicht sagen, wie viele Personen als so genannte Impfverweigerer gelten. Bienstein betonte: "Wir wissen, dass Pflegende, die eine dreijährige Ausbildung haben, sehr wohl informiert sind, was Impfen bedeutet, und welche Unterstützung sie damit ihren Patienten geben."
Eine Impfpflicht für Pflegekräfte lehnt Bienstein ab. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf den ICN-Codex für Pflegende. Teil dieses Codex ist die Unterbindung von Pandemien. Wenn es eine Impfpflicht für Pflegekräfte gäbe, müsste es diese auch für andere Berufsgruppen wie Ärzte, Polizei oder Feuerwehr geben. Bienstein hält das für den falschen Weg. "Vor allen Dingen würde es wahrscheinlich Widerstand auslösen. Wichtiger ist die Aufklärung", erklärte Bienstein im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.

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