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Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes und Entwickler eines Covid19-Simulators, beobachtet die aktuellen Entwicklungen in der Pandemie mit Sorge. Es gebe zwar "Licht am Ende des Tunnels" durch die Impfungen. Das sei aber nur ein "Kerzenschein", wegen des schleppenden Impftempos. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler erklärte Lehr: "Das Problem ist, dass wir momentan einfach viel zu langsam impfen mit etwa einer Million Impfungen pro Woche. Damit (…) wir bis zum Sommer da raus kämen, müssten wir eigentlich zwischen vier und sechs Millionen Impfungen pro Woche absolvieren." Lehr hofft darauf, dass demnächst mehr Impfstoff zur Verfügung steht – auch durch neue Zulassungen.
Kritisch sieht er den Umgang der Politik mit den Inzidenzwerten und deren Auswirkungen: "Die Inzidenzgrenzen sind in den letzten Monaten immer hin und her gepurzelt. Man hat keine Ahnung mehr, was wirklich aktuell ist. Jetzt ist die 100 wieder im Gespräch. Davor hatten wir die 50, die 35, und jetzt die 100 wird eigentlich geflissentlich ignoriert, weil sie eben relativ schnell durchbrochen wird." Im SWR Aktuell-Gespräch erklärt der Experte außerdem, warum Kontaktbeschränkungen weiterhin das beste Mittel gegen die Pandemie sind und warum im Herbst die nächste Impfkampagne nötig sein könnte.

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