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Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hofft auf die Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder im Sommer. Die Kinderärzte wollen ihn dann schnell einsetzen - aber nicht für alle.

Seitdem klar ist, dass die in Großbritannien entdeckte Corona-Virus-Mutante B 1.1.7. auch für junge Menschen deutlich ansteckender ist als die vorherigen Varianten des Corona-Virus, stehen Kinder und Jugendliche unter besonderer Beobachtung. Dass die stark steigenden Inzidenzzahlen mit den Öffnungen von Schulen und Kitas an vielen Orten zusammenfallen, macht vielen Leuten Sorgen.

Kinderärzte hoffen auf Impfstoff

Der Erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Johannes Hübner, hofft auf die Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche noch in diesem Jahr: "Die ganzen großen Impfstoff-Hersteller - Pfizer/Biontech, Astrazeneca - haben solche Studien schon am Laufen. Wir sind eigentlich ganz optimistisch, dass wir Mitte des Jahres, zum Herbst hin, die ersten Ergebnisse und vielleicht auch die ersten Zulassungen haben."

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Zulassung für Jugendliche als erstes

Was das Alter der Kinder und Jugendlichen angeht, sei nun zunächst die älteste Untergruppe dran: "Die nächste Gruppe, für die eine Zulassung erfolgen wird, ist die Altersgruppe von zwölf bis 18 und dann kommen erst die kleineren Kinder dran", sagte Hübner. Das sei üblich bei der Arzneimittelzulassung. Außerdem sei es auch in der Pandemie sinnvoll, weil man festgestellt habe, "dass Kinder ab zwölf Jahre auch diejenigen sind, bei denen das Virus am meisten Probleme macht", so der Infektiologe.

Kinder trotzdem keine "Pandemie-Treiber"

Hübner sieht die steigende Zahl an Infektionen bei Kindern und Jugendlichen allerdings nicht als Indikator dafür, dass diese Altersgruppe "Pandemie-Treiber" sei. Vielmehr sieht er das als Koinzidenz und einen statistischen Effekt, der vor allem auf mehr Schnelltests an Schulen und in Kindertagesstätten zurückzuführen sei: "Wenn man sich die Positivitäten-Rate anguckt - also wie viele Kinder positiv getestet werden im Verhältnis zu dem, wie viele insgesamt getestet werden - dann sieht man, dass diese Zahlen ungefähr gleich bleiben." Daher empfehlen Hübner und die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie weiterhin die geltenden Hygiene-Maßnahmen. Hier brauche es vor allem eine konsequentere Einhaltung.

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