Auf dem Oberarm einer Patientin klebt nach einer Corona-Impfung ein Pflaster (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/ Sebastian Gollnow)

Kampf gegen Corona

Dauerhaft Impfungen ohne Termin im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus

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Sich spontan gegen Corona impfen zu lassen, ohne Anmeldung, das ist seit Montag (12.7.) im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus möglich. Das Ziel: Mehr Tempo für die Impfkampagne.

"Menschen erreichen, die mit komplexen Anmeldeverfahren überfordert sind."

Zugang zur Impfung so einfach wie möglich machen

Wer sich impfen lassen will, kann einfach spontan zwischen 7 und 19 Uhr ins Robert-Bosch-Krankenhaus kommen, hat der Medizinische Geschäftsführer der Klinik, Mark Dominik Alscher im SWR gesagt. Damit will er Menschen zum Impfen motivieren, die bislang durch das komplizierte Anmeldeverfahren abgeschreckt würden. Alscher sagt, bisher müsse man, um einen Impftermin zu bekommen, "eine hohe Digitalkompetenz haben". Gerade in einer Metropole wie Stuttgart hätten viele Menschen generell wenig Kontakt mit dem Gesundheitswesen. Deswegen seien unkomplizierte Angebote nötig.

Erfolgreicher Probelauf am vergangenen Donnerstag

Wie beim "Sonderimpftag" am vergangenen Donnerstag können Patienten zwischen den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna auswählen. Auch die sogenannte Kreuzimpfung ist im Angebot: Wer eine Astrazeneca-Erstimpfung bekommen hat, kann sich die zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff verabreichen lassen. Allein am Donnerstag wurden etwa 2.000 Menschen ohne Termin geimpft. Sie mussten allerdings teils länger warten, so Alscher. Da es jetzt aber ein dauerhaftes, tägliches Angebot gibt, rechnet er nicht mehr mit Wartezeiten.

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Keine Impfpflicht - aber Nachteile für Ungeimpfte möglich

Der Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat hat eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen vorgeschlagen, zum Beispiel für Menschen, die in Kitas und Schulen arbeiten. Alscher hält nichts davon. Möglich sei aber, dass ungeimpfte Menschen künftig Nachteile in Kauf nehmen müssten.

"Jeder kann entscheiden: Lasse ich mich impfen - oder nicht."

Wer sich gegen eine Impfung entscheide und deswegen für andere ein Gesundheitsrisiko darstelle, müsse akzeptieren, dass er manche Dinge nicht machen kann, so Alscher im SWR. "Da muss ich auch bereit sein, Abstriche in meinen Freiheitsrechten hinzunehmen." Der Klinik-Leiter bleibt aber zuversichtlich: "Eigentlich sollte es fast möglich sein, nahezu jeden zu überzeugen."

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