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Der von dem Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech entwickelte Corona-Impfstoff muss extrem kalt gelagert werden. Für Transport und Aufbewahrung sind Temperaturen von minus 70 bis minus 80 Grad notwendig.

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Die Hersteller fordern diese hohen Minus-Temperaturen, um die chemische Stabilität der Substanz zu gewährleisten. "Denn der Corona-Impfstoff von BioNTech ist eine ganz neue Art von Impfstoff", sagt David Beck aus der SWR-Wissenschaftsredaktion im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck. Es handele sich um mRNA-Vakzine. "Das ist genetisches Material, aus dem der Körper selbst Teile des Virus baut."

Antikörper sollen Corona-Viren abfangen

Als Reaktion beginne der Körper dann mit der Bildung von Antikörpern. Ziel sei es, die Corona-Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren könnten. Die mRNA-Impfstoffe funktionieren also nach einem neuen Prinzip und unterscheiden sich von klassischen Ansätzen. Bei herkömmlichen Substanzen wurde ein Antigen oder Fragmente von ihm verimpft, auf das das Immunsystem reagieren sollte.

Das Logo von BioNTech vor der Firmenzentrale in Mainz (Foto: Imago, imago images / onemorepicture)
Das Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech hat den Durchbruch bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes geschafft. Die Substanz soll 90-prozentigen Schutz bieten, an Covid-19 zu erkranken. BioNTech will mit seinem Partner Pfizer in der kommenden Woche eine Zulassung beantragen. Imago imago images / onemorepicture

Impfstoff ohne Auswirkungen auf Erbgut

Einen bis zu 90-prozentigen Schutz soll der Covid-19-Impfstoff von BioNTech bieten. Das Mainzer Unternehmen verspricht, das "Impfen mit Erbgutschnipseln" sei sicher. Dieser Aussage stimmt auch SWR-Wissenschaftsredakteur David Beck zu. Es sei praktisch unmöglich, dass das gespritzte genetische Material in das menschliche Erbgut eingebaut werde. "In den Zellen werden die Virusproteine nachgebaut. Dann wird die mRNA abgebaut und sie ist weg."

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