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An den Hochschulen und Universitäten hat das Sommersemester begonnen – es ist bereits das Dritte unter Corona-Bedingungen. Deshalb hat sich das Studierendenwerk an der Uni Heidelberg etwas einfallen lassen. Ein "Referat gegen Einsamkeit".

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Denn Vorlesungen und Prüfungen finden virtuell statt. Bibliotheken sind zu, aber auch die Clubs und sonstigen Treffpunkte. Semesterparties gibt es auch nicht. Lustiges Studentenleben? Momentan eher nicht. Schon gar nicht für die vielen Erstsemester, von denen nicht wenige zum ersten Mal in eine fremde Stadt gezogen sind.

Anlaufstelle gegen den "Corona-Blues"

Deshalb hat das Studierendenwerk Heidelberg ein Referat gegen Einsamkeit gegründet. Es soll Anlaufstelle für die Sorgen von Studentinnen und Studenten sein. Nora Gottbrath vom Studierendenwerk beschreibt die Aufgaben des Referats in SWR Aktuell als "aktives Zuhören".

Der Bedarf sei groß: "Es ist so, dass inzwischen vielen einfach die Decke auf den Kopf fällt, wenn man jetzt inzwischen im dritten Semester ausschließlich online studiert." Manche hätten noch nie einen Hörsaal von innen gesehen.

Besetzt ist das Referat gegen Einsamkeit mit studentischen Mitarbeitern. "Die haben beide schon etwas Beratungserfahrung und machen das als Nebentätigkeit." Die Referatsmitarbeiter wissen Bescheid, wo man sich bei finanziellen Sorgen hinwenden kann. Und auch wenn die Seele schmerzt. wissen sie Rat.

Notfalls wird auf professionelle Hilfe verwiesen

"Es gibt hier auch eine psychosoziale Beratung für Studierende" - das ist ein kostenloses Angebot vom Studierendenwerk, bei dem Psychologinnen und Psychologen arbeiten. Wichtig sei, dass die beiden Referenten gegen Einsamkeit ihre fachlichen Grenzen kennen und etwa bei Verdacht auf depressive Verstimmung oder Schlimmeres auf externe Hilfen verweisen, betont Nora Gottbrath.

Das Referat gegen Einsamkeit soll auf jeden Fall für die Zeit der Pandemie bestehen bleiben. Ob es danach weitergeführt wird, hänge vom Bedarf ab: "Die beiden haben es so ausgedrückt: Das Schönste wäre, wenn niemand sie brauchen würde."

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