Christina Stumpp (CDU), (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/CDU Baden-Württemberg / Montage: SWR)

100 Tage im Bundestag

CDU-Politikerin Stumpp aus Waiblingen: "Müssen etwas frischer werden"

STAND
INTERVIEW
Stefan Eich

Vor 100 Tagen, am 26. Oktober, durften viele neue Bundestagsabgeordnete erstmals im Bundestag Platz nehmen. Jede und jeder hatte eigene Erwartungen. Was ist daraus geworden?

Die Abgeordnete Christina Stumpp sitzt für den Wahlkreis Waiblingen im Bundestag. Seit kurzem ist sie auch stellvertretende CDU-Generalsekretärin. Inwieweit sich ihre Pläne und Erwartungen erfüllt haben, darüber haben wir im SWR-Interview mit ihr gesprochen.

SWR: Fühlt es sich immer noch neu an, wenn sie auf ihrer Visitenkarte und ihrem Briefpapier lesen: "Mitglied des Deutschen Bundestages"?

Christina Stumpp: Es ist natürlich noch ungewohnt. Der 26. September ist noch nicht so lange her. Seitdem ist aber viel passiert. Ich bin natürlich viel im Wahlkreis unterwegs und bin mit den Bürgerinnen und Bürgern im Gespräch, soweit es Corona zulässt: Ich bin jetzt jede zweite Woche, fast sogar jede Woche auch in Berlin. Von daher hat sich mein Alltag komplett verändert.

Ist da inzwischen für Sie etwas Routine eingekehrt - oder gibt es immer noch Überraschungen?

Routine ist sicherlich eingekehrt. Es ist aber noch viel Neues dabei. Das Bundeskabinett hat sich erst am 8. Dezember gebildet, eine Woche später haben dann die Ausschüsse angefangen zu arbeiten. Seitdem sind wir im normalen Betrieb drin. Ich bin Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und Ernährung und stellvertretendes Mitglied im Gesundheits- und Finanzausschuss. Die Themen sind interessant und ich finde es spannend, wie die Ampelkoalition jetzt ihre Arbeit aufnimmt. Wir (die CDU) werden auf jeden Fall eine starke Opposition sein. Als größte Oppositionspartei werden wir geschlossen und konstruktiv an den großen Themen unseres Landes mitarbeiten. Gleichzeitig werde ich in der Sache um unsere Positionen kämpfen und damit klar unsere Akzente setzen.

Sie sind auch deswegen angetreten, um die CDU jünger und weiblicher zu machen. Seit zehn Tagen können sie das auch als stellvertretende Generalsekretärin umsetzen. Wie fühlt es sich, auf einmal aus der Kommunalpolitik direkt ins politische Rampenlicht zu rücken?

Mir ist wichtig, dass Themen der CDU-Basis, aber auch der Kommunalpolitik betont werden. Ich komme aus der Kommunalpolitik. Da ist man es gewohnt, dass die Themen sehr zeitnah umgesetzt werden. Mir ist wichtig, dass ich einfach meine Impulse, die ich aus der Kommunalpolitik kenne, im Bund mit einbringe. Natürlich ist mir als berufstätige Mutter das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig. Aber ich möchte auch einen Turbo bei der Digitalisierung einsetzen. Wir brauchen eine Steuerreform, die wir auf den Weg bringen. Ich möchte die Landwirtschaft stärken. Es gibt einige Themen - und ich bin sehr motiviert, sie umzusetzen; gerade auch, dass wir immer moderner und weiblicher werden. Da müssen wir einfach auch an den Rahmenbedingungen noch ein bisschen arbeiten, was die Sitzungszeiten angeht. Aber wir müssen auch daran arbeiten, dass wir als CDU attraktiv werden und auch wirklich Themen wie Klimaschutz auch besetzen. Ich glaube, dass wir im Endeffekt mit unserem Auftreten und unseren Ideen noch ein bisschen frischer werden müssen. Da sind wir auf einem guten Weg.

Was soll man in 15 oder 20 Jahren über die Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp sagen können?

…dass sie einen guten Job gemacht hat.

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