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Nachdem Anhänger von US-Präsident Donald Trump das Kapitol in Washington gestürmt haben, ist der CDU-Politiker Jürgen Hardt besorgt um die Sicherheit der NATO.

"Mir wäre wohler, wenn Pence Oberkommandierender wäre und nicht der geisteskranke Donald Trump."

Jürgen Hardt, CDU-Außenpolitiker

In SWR Aktuell sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, man könne nicht darauf vertrauen, dass Amerika gerade von einer Person geführt wird, die voll bei Verstand ist und in einer wirklichen Krise richtig reagieren könne. "Ich wage mir nicht auszurechnen, was passieren würde, wenn tatsächlich ein veritabler Angriff gegen Amerika oder die NATO erfolgen würde."

Impeachment könnte klappen

Ihm wäre wohler, so Hardt, wenn Vizepräsident Mike Pence den Oberbefehl über die US-Truppen hätte und nicht der "geisteskranke" Trump. Es sei richtig, dass nun im Kongress überlegt werde, ob dieser Präsident überhaupt im Amt bleiben darf. Ein Impeachment könne nun erfolgreich sein, meinte Hardt.

Gefahr auch für deutsche Demokratie

Nicht nur in Washington, auch in Deutschland haben Menschen versucht, das Parlament zu stürmen. Hardt sieht darin eine Gefahr für die Demokratie. Deren Institutionen müssten besser gepflegt und geschützt werden.

"Ein Bild, das wir von Putschversuchen aus Bananenrepubliken kennen"

Martin Thunert, Politikwissenschaftler und USA-Experte

Besonders hohe Symbolkraft habe, dass ein Trump-Anhänger im Capitol auf dem Sessel des Parlamentspräsidenten postiert habe, sagt der Politikwissenschaftler Martin Thunert vom Heidelberg Center for American Studies. Solche Bilder kenne man eher von Putschversuchen in Bananenrepubliken.

Deutsche Republikaner distanzieren sich von Trump

US-Präsident Trump hat nach Ansicht von "Republicans Abroad Germany" die Chance auf einen Wiederantritt bei der Wahl 2024 verspielt. Vizepräsident Ralph Freund sagte in SWR Aktuell, Trump habe sich durch seine lobenden Worte an die Angreifer diskreditiert.

"Das wird man ihm nicht so schnell nachsehen."

Ralph Freund, Republicans Abroad Germany

Freund sagte weiter: "Wenn er einen Gedanken daran verschwendet hätte, in vier Jahren nochmal anzutreten, werden ihm das viele auch im Partei-Establishment ankreiden."

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