Neue Fachkräftestrategie für Handwerksberufe

"Wer jetzt Handwerker wird, hat einen sicheren Arbeitsplatz"

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Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, pro Jahr 400.000 neue Wohnungen zu schaffen. Doch die Immobilienbranche beklagt, es gebe zu wenige Fachkräfte im Baubereich. Bundesbauministerin Geywitz kündigt im SWR Interview der Woche an, was die Regierung dagegen unternehmen will.

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Fachkräftestrategie für mehr Handwerker in der Baubranche

Die Bundesregierung will gezielt um Fachkräfte in der Baubranche werben. Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) kündigte im SWR Interview der Woche eine neue Fachkräftestrategie an. Daran seien neben ihrem Ministerium für Bauen und Wohnungen, das Wirtschaft- und das Arbeitsministerium beteiligt und Handwerksvertretungen. "Meine Botschaft ist: Es gibt eine tolle Berufsperspektive. Wer jetzt Handwerker wird, hat einen guten, aber vor allem sicheren Arbeitsplatz", so Geywitz. Die Regierung wolle auch die Arbeitsbedingungen in Berufen im Bauhandwerk verbessern und intensiver für sie werben. Nach den Worten der Ministerin sollen Menschen für Berufe im Bauhandwerk angesprochen werden, die bisher mit der Branche nichts zu tun hatten. Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft können wegen des Fachkräftemangels in der Baubranche etwa 50 Prozent der Stellen nicht besetzt werden, bei Experten (mit Studienabschluss) seien es 73 Prozent.

Geywitz fordert mehr Baukapazitäten

Pro Jahr will die Bundesregierung, dass 400.000 neue Wohnungen entstehen. Dieses soll durch Neubauten, Sanierungen und Umwidmung bisheriger Gebäude erreicht werden. Geywitz appellierte im SWR an Firmen aus dem Baubereich: "Es lohnt sich, Kapazitäten neu aufzubauen. Denn sie werden für Jahre gebraucht." Die Ministerin rief junge Familien dazu auf, nicht nur auf Neubauten zu setzen. Nach ihren Vorstellungen soll die Sanierung älterer Einfamilienhäuser durch staatliche Förderung attraktiver gemacht werden. "Das löst auch das Problem des zunehmenden Flächenverbrauchs, weil schon bestehende Objekte genutzt werden."

Bauministerin Klara Geywitz (SPD) steht am Rednerpult des Deutschen Bundestags und spricht bei einer Sitzung zu den Abgeordneten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen)
Klara Geywitz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, spricht bei der 18. Sitzung des Bundestags zu den Abgeordneten. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen

Brandkatastrophe von Essen: Anpassung der Standards?

Zum Brand eines Wohnkomplexes vergangenen Montag in Essen kündigte Geywitz eine intensive Aufarbeitung an. "Wir werden schauen, ob etwas am technischen Standard geändert werden muss." Die Ministerin verwies darauf, dass jetzt Vorschriften in Kraft seien, wonach schwer entflammbar Materialen verbaut werden müssen. Der Wohnkomplex aus dem Jahr 2015 war durch den Brand völlig zerstört worden. Die Feuerwehr sprach anschließend davon, dass zu viel Plastik verbaut worden sei. Dadurch habe sich das Feuer schnell ausbreiten können. Drei Bewohner wurden verletzt.

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