Kanzler-Reise nach Peking

BASF-Chef Brudermüller: Deutsche Standorte bleiben!

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Alfred Schmit

BASF-Chef Martin Brudermüller schließt aus, dass sein Konzern deutsche Standorte ins Ausland verlagert. Die Chemie-Branche mache zwar einen Wandel durch, doch man werde für deutsche Standorte kämpfen, einschließlich der Firmenzentrale in Ludwigshafen.

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Die BASF, so Brudermüller, habe zurzeit keinerlei Absichten, deutsche Standorte zu verlagern. Ob es um die Firmenzentrale in Ludwigshafen gehe oder beispielsweise um den ostdeutschen Standort Schwarzheide mit der dortigen Batterie-Fertigung – dies seien in jedem Fall sichere Standorte mit hervorragenden Mitarbeitern. Allerdings sieht Brudermüller auch Herausforderungen für Absatzchancen in Europa und besonders in Deutschland. Es könne sein, dass der Markt für sein Unternehmen hierzulande wenig oder nicht mehr wachsen könne – umso wichtiger sei es für ein weltweit tätiges Unternehmen wie die BASF, auch ausländische Märkte ins Visier zu nehmen.

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Mit Bezug auf China merkt Brudermüller an, dass die Volksrepublik bis 2030 schätzungsweise die Hälfte des Weltmarktes für Chemikalien ausmachen werde. Der Vorteil eines globalen Unternehmens, so Brudermüller, bestehe auch darin, dass mangelnde Profite auf dem heimischen Markt ausgeglichen werden könnten mit höheren Gewinnen in anderen Ländern.

Energiepreis-Kommission: Begrüßenswerte Vorschläge

Die Bundesregierung ist dabei, die Vorschläge der Kommission in Sachen Energie- und besonders Gaspreisbremse umzusetzen – aus Sicht seines Unternehmens, sagt Brudermüller, seien diese sehr begrüßenswert. Das gelte auch für Privathaushalte. "Ich glaube es gibt Menschen, gerade auch in den unteren Einkommensgruppen, die wirklich Hilfe brauchen." Und diese Hilfe müsse schnell und unbürokratisch zu den Menschen kommen. Was die BASF betrifft, denkt Brudermüller kritisch darüber nach, keine staatlichen Gaspreis-Hilfen anzunehmen. Bei diesen sind aktuell auch mögliche Verpflichtungen mit Blick auf Dividenden-Zahlungen oder Job-Garantien im Gespräch: "Was ich schwer akzeptieren kann, ist dass es dann natürlich einen Eingriff in unternehmerische Freiheiten gibt." In schwierigen Zeiten müssten Firmen voll handlungsfähig sein. Er schließe es allerdings auch nicht vollständig aus, solche Hilfen in Anspruch zu nehmen. "Es kann dazu kommen, dass man darauf angewiesen ist".

Dialog mit China nötig und wichtig

Der BASF-Chef findet es wichtig, mit China im Dialog zu bleiben. Und zwar trotz mancher Vorbehalte vieler Deutscher – etwa gegen chinesische Firmen-Beteiligungen, oder wegen des Risikos wirtschaftlicher Abhängigkeit. "Ich glaube, dass es ein richtiges Signal ist", sagt Brudermüller über diese umstrittene Reise von Olaf Scholz nach Peking. Schließlich sei der Kanzler ja auch der aktuelle Chef der G7-Wirtschaftsnationen. Und in dieser Doppelfunktion leite Scholz einen Dialog mit China ein, nachdem auch wegen Corona lange keine persönlichen Treffen möglich waren. Der Kanzler fahre ja auch nicht alleine, sondern Unternehmen, die in China investiert haben und das auch künftig wollen, begleiteten ihn. "Meiner Meinung nach ist das für die Zukunft ein gutes Signal – denn die Lösung kann ja nicht sein, dass wir nicht mehr miteinander sprechen."

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