Katholikentag: Was die christlichen Kirchen gegen Antisemitismus tun können

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Florian Rudolph
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Andreas Böhnisch

Der Katholikentag in Erfurt beschäftigt sich auch mit Antisemitismus. Pfarrerin Julia Braband aus Erfurt setzt trotz aller Schwierigkeiten auf "interreligiöse" Gesprächsformate.

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Der Deutsche Katholikentag in Erfurt (29.05. bis 02.06.) will Zeichen für Vielfalt setzen. Vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs sieht die evangelische Pfarrerin Julia Braband aus Erfurt einen zunehmenden Antisemitismus. Die Anfeindungen hätten zugenommen, sagt die Theologin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph.

Aus der jüdischen Landesgemeinde in Thüringen bekomme sie Berichte über eine wachsende Angst sowie die Verharmlosung von Antisemitismus. Als Konsequenz zögen sich Jüdinnen und Juden zurück - seien in der Gesellschaft nicht mehr sichtbar.

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"Interreligiöse" Gesprächsformate für mehr Dialog

Für ein Vorgehen gegen Antisemitismus gibt es nach Auffassung der Pfarrerin nicht "die eine Lösung". Doch "wir sind miteinander gut unterwegs", ergänzt sie und verweist auf mehrere "interreligiöse" Gesprächsformate, die in Erfurt angeboten werden. Doch es bleibe schwer alle drei Religionen (Christen, Juden und Muslime, Anm.d.Red.) an einen Tisch zu bekommen.

Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden wegen des Gaza-Kriegs seien menschliche Konstrukte. "Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass jüdisches Leben geschützt wird." Der Kampf gegen Antisemitismus sei von großer Bedeutung, genauso wie die Unterscheidung: "Das eine ist die Politik - das andere sind die Menschen."#

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