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Welche Alternativen gibt es zu Einweg-Plastikprodukten, die ab Samstag nicht mehr produziert und vertrieben werden dürfen? Holz sei nicht die Lösung, erklärt die Nachhaltigkeitsexpertin Katarina Schickling im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Christian Rönspies.

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Holz ist problematisch

Es handle sich bei Holz generell um ein problematisches Produkt, das dazu beitrage, dass die letzten Urwälder dieser Welt noch schneller abgeholzt würden, teilweise auch in Europa, meint Schickling. Davon abgesehen sei der Energieaufwand, der betrieben werden müsse, um beispielsweise aus einem Holzscheit eine Gabel zu machen, erheblich. Die Lösung könne also nicht sein, den einen Einwegartikel durch einen anderen zu ersetzen - zumal viele Holzprodukte zusätzlich in Plastik verpackt seien. "Aus meiner Sicht ist da Einiges im Argen", so Schickling.

Einweg-Plastik lässt die Müllberge immer höher wachsen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt)
Einweg-Plastik lässt die Müllberge immer höher wachsen picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt

Mehrweg statt Einweg

Die Autorin und Fachfrau für Nachhaltigkeitsthemen wünscht sich stattdessen mehr Mehrweg und ein funktionierendes Pfandsystem. Was spreche dagegen, sich Besteck von zuhause mitzunehmen, wenn man wisse, dass man unterwegs essen möchte? Für andere Fälle könnte man nach dem Vorbild recyclebarer Kaffeebecher ein bundesweites Pfandsystem für Teller und Besteck aufbauen - an einem Ort ausgeliehen, an einem anderen zurückgegeben. "Wir haben gigantische Müllberge", es wäre "wünschenswert", wenn es diese Einweg-Abfälle einfach gar nicht mehr gäbe.

Kreative Ideen gefragt

Alternativ schlägt Schickling vor, mehr Kreativität beim Ersatz von Einweg-Plastik zu zeigen. So gebe es ein Start-up in Baden-Wüttemberg, das essbare Eislöffel aus Resten produziere, die bei der Schokoladenherstellung anfallen. Ein Unternehmen in Berlin vertreibe Löffel, Schüsseln und Teller aus Brotteig, die man ebenfalls aufessen könne. "Das sind eigentlich die Lösungen, wo wir hin müssen."

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