Alkoholkonsum der Deutschen: In welchen Bereichen sich unser Trinkverhalten geändert hat

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Alkohol ist ein in der Gesellschaft akzeptiertes Suchtmittel. Doch egal ob Wein, Bier, Cocktails oder Schnaps, der Genuss ist nach Ansicht von Gesundheitsexperten auch in kleinen Mengen ungesund. Die Deutschen nehmen im Schnitt mehr als 14 Liter reinen Alkohol pro Jahr zu sich. Mit der "Aktionswoche Alkohol" (14. bis 22. Mai) will darauf aufmerksam machen, dass zu viel getrunken wird.
Nach Aussage von Professor Hasso Spode, der als Historiker und Soziologe zur Kultur- und Sozialgeschichte des Alkoholkonsums forscht, hat sich das Trinkverhalten der Deutschen jedoch verändert. Das Klischee vom Bauarbeiter mit der Bierflasche in der Hand sei lange überholt. "Wir erleben eine deutliche Ernüchterung der Arbeitswelt. Das ist ein Trend, der in der freien Wirtschaft schon in den 1980er Jahren eingesetzt hat. Gerade im Handwerk ist Alkohol ziemlich verpönt."
In der Freizeit werde allerdings weiter getrunken. Es hätten sich "Enklaven entwickelt, wo Rauschtrinken in der Öffentlichkeit noch erlaubt ist." Das bekannteste Beispiel sei Fastnacht oder Karneval. "Wenn Sie von Bonn nach Köln mit der Straßenbahn fahren, rollen die Flaschen durch den Gang. Da ist das noch erlaubt."
Wie sich in der Gesellschaft Phasen des beinahe ungehemmten Alkoholkonsums mit Phasen des Verzichts abwechselten, erläutert der Forscher im Interview mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem.

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