Agrarpolitik: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd wehrt sich gegen Stilllegung von vier Prozent der Ackerfläche

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Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Agrarmärkte und die Lebensmittelpreise sind zentrale Themen auf dem Deutschen Bauerntag. Der Präsident vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, fordert ein Umdenken bei der EU-Vorgabe, dass ab 2023 auf mindestens vier Prozent der Ackerfläche nichts mehr angebaut werden darf. "Wir müssen bestimmte Maßnahmen, wie die dumpfe Stilllegung von vier Prozent der Fläche auf den Prüfstand stellen." Ein Teil des Ackerlandes könne durch Bepflanzungen mit Blühmischungen zum Schutz der Biodiversität beitragen. "Ein anderer Teil der Fläche sollte in der Produktion für Lebensmittel gehalten werden, die weltweit und vor allem in Ostafrika dringend gebraucht werden." Hartelt fügte hinzu, die Landwirte seien sich ihrer Verantwortung für den Klimaschutz durchaus bewusst und würden ihn langfristig im Auge behalten.
Forderungen aus der Politik, weniger Nutzpflanzen für die Herstellung von Biosprit anzubauen, hält der Präsident vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd kurzfristig für nicht umsetzbar. "So eine Umstellung machen Sie nicht von heute auf morgen." Viele Betriebe hätten investiert. Die Ausgaben müssten sich erst einmal rentieren. "Man hat die Bauern zum Teil, was Biogas betrifft, mit dem Ruf, ihr seid die Ölscheichs der Zukunft, in diese Produktion gelockt.“ Bei Änderungen müsse die Politik verlässliche Rahmenbedingungen vorgeben.
Wie groß die Sorgen der Landwirte wegen des trockenen Wetters sind, hören Sie ebenfalls im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem.

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