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Die Organisation Ärzte ohne Grenzen fordert von reicheren Ländern, schon jetzt reservierte Corona-Impfstoffe an ärmere Länder abzugeben. Man dürfe nicht darauf warten, was am Ende übrig sei, sagte die politische Referentin von Ärzte ohne Grenzen, Elisabeth Massute im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich. Es reiche nicht, "Reste zu verteilen".

Die ärmeren Länder hätten sich darauf verlassen , dass die "Covax-Initative" eine gerechtere Verteilung sichere. Dazu hätte sich die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet. Jetzt aber müssten sich die ärmeren Staaten "hinten anstellen" und hätten keinen gerechten Zugang zu den Impfstoffen. Massute sagte, die Weltgesundheitsorganisation WHO kritisiere zu Recht, dass die zehn reichsten Staaten 95 Prozent des derzeit vorliegenden Impfstoffs hätten. Sie erklärte: "Wir sind in einer globalen Pandemie, die uns alle betrifft und die weltweit Menschenleben fordert – und das nicht erst morgen sondern heute."
Zudem fordert die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen von der EU, eine Initiative von beispielsweise Südafrika und Indien bei der Welthandelsorganisation zu unterstützen. Demnach soll das Recht auf geistiges Eigentum in dieser Pandemie kurzfristig ausgesetzt werden. Massute sagte in SWR Aktuell, so könnten die jetzt knappen Corona-Impfstoffe weltweit schnell nachproduziert werden.

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