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Das Textilunternehmen 'Adler' hat einen Insolvenzantrag beim Landgericht Aschaffenburg gestellt. Damit scheint eine große Modekette zu den Verlierern in der Corona-Pandemie zu gehören, da die Läden derzeit nicht geöffnet werden dürfen.

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Prof. Jochen Strähle ist Dekan für Textil und Design an der Hochschule Reutlingen. Er sagte im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler, dass 'Adler' allerdings schon länger mit Problemen zu kämpfen gehabt habe. Corona habe das nun noch verstärkt, so Strähle. Wenn die Läden zu sind, könne man "in ihrer Zielgruppe natürlich überhaupt nichts verkaufen." 'Adler' wende sich vorwiegend an ältere Kunden, die nicht so häufig online bestellen würden und oft selbst Probleme mit einer Corona-Erkrankung hätten.

Sanierung in Eigenverantwortung möglich?

Das börsennotierte Unternehmen hatte am Sonntag mitgeteilt, wegen Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt zu haben. Grund dafür sei der Corona-Lockdown. "Trotz intensiver Bemühungen war es der Gesellschaft nicht möglich, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds durch Investoren zu schließen", heißt es vom Unternehmen. Ziel sei es aber, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren. Dabei soll der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt werden.

Tochterunternehmen im Ausland nicht betroffen

Die Adler Modemärkte AG mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg gehören zu den größten Textileinzelhändlern in Deutschland. Die Gruppe setzte 2019 knapp 500 Millionen Euro um. Adler beschäftigte zuletzt 3.350 Mitarbeiter und betreibt 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland. Die ausländischen Töchter seien nicht von der Insolvenz betroffen, hieß es.

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