Der Feldberg (Foto: SWR)

Schnee-Kanonen auf dem Feldberg Lift-Betreiber will Ausbau – Kritik von Naturschützern

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Der Liftverbund Feldberg will mehr Kunstschnee im Hochschwarzwald. Die Pläne regen Naturschützer auf. Der Geschäftsführer wehrt sich: Der Kunstschnee sei nicht umweltschädlich.

Aktuell stehen auf dem Feldberg 30 Schneekanonen und 80 "Schneelanzen". Das sind lange Rohre, die mit Wasser und Luft ebenfalls künstlichen Schnee erzeugen können. Für zukünftige Saisons sollen es noch deutlich mehr werden.

Kritik von Umweltschützern

Umweltschützer kritisieren die Ausbaupläne. SWR-Wissenschaftsredakteur Axel Wagner erklärt die Bedenken: "Der Kunstschnee friert schneller. Er bleibt teilweise auch länger, weil es einfach unglaubliche Mengen sind, die man damit herstellen kann." Die Kristalle selbst hätten ein anderes Aussehen als natürlicher Schnee. "Dadurch wird er auch viel dichter auf der Piste und das ist ein weiteres Umweltproblem: Er liegt länger und das ist für die Vegetation – für die Pflanzen, für die Tiere – ein Problem. Wenn so lange Schnee liegt, ist darunter dann eine braune Piste statt einer schönen grünen Wiese im Frühling."

Die Skiliftbetreiber sorgen für Nachschub (Foto: SWR)
Die Skiliftbetreiber sorgen für Nachschub

Liftverbund Feldberg wehrt sich

Der Bürgermeister von Sankt Blasien und Geschäftsführer des Liftverbundes Feldberg, Adrian Probst, verteidigt den Ausbau der Schneekanonen-Infrastruktur: "Für diese Befürchtungen gibt es überhaupt keine Grundlagen. Durch diese Schneedecke, die natürlich nur aus Wasser und Luft besteht, wird die Vegetationsdecke geschützt." Das betreffe zum Beispiel den Schutz vor Fahrzeugen beim Präparieren der Pisten. Der Schnee soll hier als eine Schutzschicht fungieren. "Genau dadurch erhalten wir in dieser subalpinen Flora die Pflanzenarten, die sonst dort nicht überleben würden." Im SWR betonte Probst, moderne Maschinen und geschultes Personal stellten sicher, dass die Natur nicht unter dem Kunstschnee leide.

Wintersport ist Wirtschaftsfaktor – und "macht Spaß"

Probst argumentierte auch mit der wirtschaftlichen Bedeutung für den Ausbau: "Sie müssen sehen, dass der Wintersport insgesamt ein sehr wichtiger Faktor für die Region ist. Wir haben von einem Wintergast in der Regel drei Mal so viel Wertschöpfung wie von einem Sommergast." Allein in seiner Gegend hingen rund 2.000 Arbeitsplätze am Wintersport, "sodass der Wintertourismus gesichert werden muss". Das gehe nur mit Schneekanonen: "Wir möchten unseren Kunden auch dann die Schneesicherheit bieten, wenn die Kunden zu uns kommen, sprich: in den Weihnachtstagen und zwischen den Jahren. Genau in dieser Zeit benötigen wir auch mal schnell erstellten Schnee." Steigende Besucherzahlen, die die Region verzeichnen, bestätigen für Probst den Wunsch nach mehr Skisport-Möglichkeiten im Hochschwarzwald: "Das macht Spaß, das ist gesund, das ist an der frischen Luft und man kann die Natur auf ganz eigene Art und Weise genießen. Das möchten so viele Menschen tun, dass wir das auch unterstützen möchten und in diesem Bereich investieren."

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