Die damaligen AfD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl Alice Weidel und Alexander Gauland (2.v.l.) bei einem Treffen mit Norbert Hofer (l) und Heinz-Christian Strache von der FPÖ (Foto: SWR, dpa Bildfunk, picture alliance/-/Afd/dpa)

Regierungskrise in Österreich Schwächt der FPÖ-Skandal die AfD bei der Europawahl?

Die Regierungskrise in Österreich könnte die Chancen der AfD bei der Europawahl schwächen. Laut Journalist Albrecht von Lucke beeinflusst der FPÖ-Video-Skandal andere Rechtspopulisten in Europa aber weniger.

Der Skandal um das Video mit FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache könnte sich kurz vor der Europawahl negativ auf die AfD auswirken. Das sagte Albrecht von Lucke, Redakteur bei den "Blättern für deutsche und internationale Politik," im SWR. "Die AfD ist auch des deutschsprachigen Auslandes wegen mit der FPÖ am stärksten verbunden. Einige könnten veranlasst sein, weg von der AfD zu driften."

Trotzreaktion möglich

Die AfD werde daher versuchen, diesen Skandal auf Distanz zu halten. "Im schlimmsten Fall kann es sogar sein, dass die Trotzreaktion derer, die sagen: 'Uns wird wieder übel mitgespielt. Wir sind Opfer eines Systemkartells', dass dieses Argument wieder viele Menschen zur Wahl treibt." Dieses Argument kenne man schon aus der AfD. "Es könnte zu einem Trotzmoment derer kommen, die sagen: Jetzt wählen wir erst Recht rechts."

Strache-Skandal beeinflusst andere europäische Staaten kaum

Insgesamt sei die Europawahl aber eine so nationale Wahl, dass "in Italien oder Großbritannien niemand davon abgehalten sein wird wegen des FPÖ-Schicksals Herrn Salvini oder Nigel Farage nicht zu wählen."

Der Fokus dieser Wahl sei extrem auf nationale Themen gelegt, sodass die Causa Strache in anderen Staaten gar keine entscheidende Rolle spielen werde: "Dieses Momentum - Aha, die Rechtspopulisten haben Dreck am Stecken - wird in den anderen Nationalstaaten gar nicht so stark wahrgenommen.

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